Immobilien & Steuern · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Jun. 2026

Immobilien als Geldanlage: Rendite, Steuer und was Investoren wissen müssen

Immobilien gelten in Deutschland als eines der sichersten Investments.

Immobilien als Geldanlage: Rendite, Steuer und was Investoren wissen müssen
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Immobilien gelten in Deutschland als eines der sichersten Investments. Inflationsschutz, steuerliche Vorteile und laufender Cashflow machen sie attraktiv. Aber: Die tatsächliche Rendite nach Steuern sieht oft anders aus als die Bruttorendite im Exposé. Was Investoren wirklich wissen müssen.

Wichtige Kennzahl: Nicht die Bruttomietrendite zählt, sondern die Nettorendite nach Steuern und Bewirtschaftungskosten. Eine Wohnung mit 4 % Brutto kann nach Steuern und Instandhaltung bei 2–2,5 % liegen.

Rendite berechnen: Die richtigen Kennzahlen

Bruttomietrendite

Formel: Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100
Beispiel: 12.000 € Jahreskaltmiete ÷ 300.000 € Kaufpreis = 4 % Bruttomietrendite

Nettomietrendite (realistischer)

Formel: (Jahreskaltmiete − Bewirtschaftungskosten) ÷ (Kaufpreis + Nebenkosten) × 100

KostenartTypisch (% der Jahreskaltmiete)
Instandhaltungsrücklage10–15 %
Verwaltungskosten8–12 %
Leerstand (Puffer)4–6 %
Versicherungen2–3 %
Gesamt Bewirtschaftungca. 25–35 %

Steuerliche Wirkung auf die Rendite

Verlustphase: Steuern sparen in den ersten Jahren

In den ersten Jahren einer fremdfinanzierten Immobilie sind die Zinsen hoch – zusammen mit AfA oft ein Verlust aus V+V. Dieser Verlust wird mit anderen Einkünften (Lohn, Gehalt) verrechnet und senkt die Einkommensteuer. Das ist ein versteckter Renditeturbo.

Beispiel: Verlust V+V von 8.000 € im Jahr, Grenzsteuersatz 42 %: Das Finanzamt erstattet 3.360 € über die Steuererklärung. Das verbessert den tatsächlichen Cashflow erheblich.

AfA: Stille Rendite durch Abschreibung

Die Gebäudeabschreibung (2–3 % p.a.) mindert das steuerliche Einkommen, ohne dass tatsächlich Geld abfließt. Das senkt die Steuer auf Mieteinnahmen erheblich.

Verkauf nach 10 Jahren: Steuerfreier Gewinn

Wer eine Mietimmobilie nach 10 Jahren Haltedauer verkauft, zahlt auf den Veräußerungsgewinn keine Steuer. Das ist einer der größten steuerlichen Vorteile von Immobilien gegenüber Aktien.

Kaufpreis-Miet-Verhältnis: Wann lohnt es sich?

Faktor (KP ÷ Jahresmiete)BruttomietrenditeBewertung
Unter 20über 5 %Sehr attraktiv (Kleinstädte, B/C-Lagen)
20–254–5 %Gut (solide Rendite)
25–303,3–4 %Mittel (Top-Lagen DE)
Über 35unter 2,9 %Rendite schwach (München, Frankfurt Innenstadt)

Checkliste: Immobilienrendite realistisch berechnen

  • Kaufnebenkosten (8–15 %) zum Kaufpreis addieren
  • Ortsübliche Miete recherchieren (nicht Maximalmiete)
  • Instandhaltung: 1–1,5 % des Gebäudewertes p.a. einplanen
  • Mietausfall 4 Wochen pro Jahr als Puffer
  • Zinslast des Darlehens vs. AfA und Steuervorteil abwägen
  • Steuerberater für individuelle Rendite-nach-Steuer-Berechnung

Häufige Fragen zur Immobilienrendite

Ist eine Rendite von 3 % bei Immobilien gut?

In Toplagen (München, Berlin Mitte) sind 3 % Bruttomietrendite typisch. Nach Kosten und Steuer bleiben ca. 1,5–2 % – dafür steht aber Wertsteigerungspotenzial und steuerfreier Verkaufsgewinn nach 10 Jahren. Im Vergleich zu Bundesanleihen (ca. 2,5 %) muss man den Gesamtreturn sehen.

Wie beeinflussen Zinsen die Rendite?

Stark. Bei 4 % Kreditzins und 3,5 % Bruttomietrendite ist die Investition cashflow-negativ – man zahlt jeden Monat zu. Das kann sinnvoll sein (Tilgung als Vermögensaufbau, Steuerersparnis durch Verlust), muss aber gut kalkuliert sein. Klassisch gilt: Mietrendite sollte über dem Finanzierungszins liegen.

Lohnen sich Immobilien steuerlich mehr als Aktien?

Kommt an. Aktiengewinne unterliegen 25 % Abgeltungsteuer. Immobilien nach 10 Jahren: steuerfrei. Dafür bieten Aktien mehr Liquidität, keine Bewirtschaftungskosten und einfachere Verwaltung. Beide Assetklassen ergänzen sich gut in einem diversifizierten Portfolio.

SteuernSparen.one Redaktion

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