Tagesgeldkonten bieten tägliche Verfügbarkeit bei variablem Zins. Zinserträge unterliegen der Abgeltungsteuer — aber der Sparerpauschbetrag (1.000 €) schützt die ersten Zinsen steuerfrei. Hier der aktuelle Vergleich.
Zinserträge aus Tagesgeld gelten als Kapitalerträge und werden mit 25 % Abgeltungsteuer (zzgl. SolZ, ggf. KiSt) belastet. Die Depotbank führt die Steuer automatisch ab — sofern ein Freistellungsauftrag nicht ausreicht.
Sparerpauschbetrag 2026: 1.000 € pro Person (2.000 € Ehepaare). Zinsen bis zu diesem Betrag sind steuerfrei.
Beispiel: 3 % Zinsen auf 30.000 € = 900 € Zinserträge → vollständig steuerfrei durch Sparerpauschbetrag. Bei 40.000 €: 1.200 € Zinsen → 200 € steuerpflichtig → 52,80 € Abgeltungsteuer.
Der Freistellungsauftrag muss bei jeder Bank separat beantragt werden und gilt bis zum Widerruf. Wichtig: Die Summe aller Freistellungsaufträge darf 1.000 € nicht überschreiten (2.000 € bei Verheirateten).
Wer Tagesgeld und Depot bei verschiedenen Banken hat: Freistellungsbeträge intelligent aufteilen, z. B. 600 € für Tagesgeld, 400 € für Depot — je nach erwarteten Erträgen.
Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank automatisch Kapitalertragsteuer ab — Rückforderung über die Steuererklärung (Anlage KAP) möglich.
Wichtiger Hinweis zur Steuerplanung: Die Rendite von Tagesgeld nach Steuern und Inflation ist oft negativ. Bei 3 % Zins, 26,4 % Steuer und 2,5 % Inflation ergibt sich:
Nettoverzinsung: 3 % × (1 − 0,264) = 2,21 % — abzüglich 2,5 % Inflation = −0,29 % Realrendite.
Tagesgeld eignet sich als Liquiditätsreserve (3–6 Monatsausgaben), nicht als langfristige Anlage. Für den langfristigen Kapitalaufbau: Aktien/ETF mit steuerpflichtigem Kapitalertrag erst nach 1.000 € Freibetrag optimieren.
Nur wenn die Kapitalertragsteuer nicht vollständig abgeführt wurde (z. B. ausländische Bank, zu hoher Freistellungsauftrag) oder wenn du eine günstigere Besteuerung nach Teileinkünfteverfahren prüfen willst.
Ja, innerhalb der EU gilt die EU-Einlagensicherung bis 100.000 € pro Person und Bank. Aber: Zinsen aus EU-Auslandsbanken werden nicht automatisch versteuert — Anlage KAP nötig.
Tagesgeld: täglich verfügbar, variabler Zins. Festgeld: feste Laufzeit (1–60 Monate), fixer Zins. Festgeldzinsen meist höher, aber kein Zugriff vor Laufzeitende.
Tagesgeld kann keine Verluste erzeugen (außer Währungsverluste bei Fremdwährungs-Konten). Verluste aus Kapitalanlagen können nur mit Kapitalerträgen verrechnet werden.