Robo-Advisor und Abgeltungsteuer

Gewinne aus Robo-Advisor-Portfolios werden wie alle Kapitalerträge mit 25 % Abgeltungsteuer belastet. Besonderheit: Die meisten Robo-Advisor verwenden thesaurierende ETFs — hier fällt jährlich eine Vorabpauschale an, auch ohne Verkauf.

Die Vorabpauschale 2026 berechnet sich: Fondswert × Basiszins × 0,7 (Teilfreistellung für Aktienfonds: 30 % sind steuerfrei). Der Basiszins wird vom BMF jährlich festgesetzt.

Wichtig: Stell sicher, dass dein Freistellungsauftrag beim Robo-Advisor hinterlegt ist — sonst wird Kapitalertragsteuer automatisch abgeführt, ohne den Pauschbetrag zu nutzen.

Tax-Loss-Harvesting: Was leisten Robo-Advisor steuerlich?

Einige Robo-Advisor (z. B. Quirion, Scalable) bieten Tax-Loss-Harvesting an — automatisches Realisieren von Verlusten um den Verlustverrechnungstopf zu füllen. Das senkt die Steuerlast in Gewinnjahren.

Funktioniert in Deutschland nur eingeschränkt, da die Aktien-Verlustverrechnungsregeln strenger sind als in den USA. Zinsgewinne und Aktiengewinne dürfen nicht gegeneinander verrechnet werden (§ 20 Abs. 6 EStG).

Kosten des Robo-Advisors: Nicht absetzbar

Verwaltungsgebühren eines Robo-Advisors (meist 0,3–0,8 % p. a.) sind keine absetzbaren Werbungskosten mehr. Seit 2009 gilt das Werbungskostenabzugsverbot bei Kapitalerträgen (§ 20 Abs. 9 EStG). Nur der Sparerpauschbetrag (1.000 €) kann pauschal abgezogen werden.

Ausnahme: Wenn Kapitalerträge nach § 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG der tariflichen Einkommensteuer unterliegen (Beteiligungen ab 25 %), sind 60 % der Erträge steuerpflichtig, aber 60 % der Kosten abzugsfähig (Teileinkünfteverfahren).

Häufige Fragen zum Robo-Advisor

Muss ich den Robo-Advisor in der Steuererklärung angeben?

Der Robo-Advisor führt Abgeltungsteuer automatisch ab und erstellt eine Jahressteuerbescheinigung. Anlage KAP nur nötig wenn günstiger persönlicher Steuersatz (Günstigerprüfung) oder Kirchensteuer-Problematik.

Was passiert steuerlich beim Rebalancing?

Jedes Rebalancing (Umschichten) ist ein steuerlicher Verkauf von Anteilen. Robo-Advisor führen dabei automatisch anfallende Abgeltungsteuer ab.

Ist ein Robo-Advisor besser als ein selbst gebautes ETF-Portfolio?

Steuerlich kein Unterschied. Kosten beim Selbstbau meist niedriger (0,0–0,15 % p. a. beim Broker). Robo-Advisor punktet bei Einfachheit und automatischem Rebalancing.

Lohnt sich ein Robo-Advisor in der GmbH?

GmbHs zahlen auf Kapitalerträge 15 % KSt + GewSt. Für hohe Beträge kann ein Depot in der GmbH günstiger sein als privates Depot mit 25 % Abgeltungsteuer.