Die meisten Deutschen verschenken jährlich Geld, weil sie die Steuererklärung nicht optimal ausfüllen. Hier die 10 häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden.
Fehler 1: Den Arbeitnehmer-Pauschbetrag nicht überschreiten
Der Pauschbetrag von 1.230 EUR wird automatisch angerechnet. Viele geben trotzdem keine Werbungskosten an – obwohl mehr möglich wäre. Prüfen Sie alle Werbungskosten: Pendlerpauschale, Fortbildung, Bürobedarf, Fachbücher.
Fehler 2: Keine außergewöhnlichen Belastungen angeben

Zahnarztkosten, Brillen, Psychotherapie, Pflegeheim, Bestattungskosten – all das kann abgesetzt werden. Viele tun es nicht, weil sie denken „das reicht doch eh nicht". Sammeln und prüfen lassen!
Fehler 3: Handwerkerleistungen vergessen
20% der Lohnkosten bei Handwerkern direkt von der Steuer abziehen (max. 1.200 EUR Erstattung). Voraussetzung: Rechnung auf den Namen und Überweisung (kein Barzahlung!).
Fehler 4: Spätantrag verpasst
Wenn Sie nicht zur Abgabe verpflichtet sind, haben Sie 4 Jahre Zeit für eine freiwillige Erklärung. Die Erklärung für 2022 können Sie also noch 2026 abgeben und Geld zurückbekommen.
Fehler 5: Doppelte Haushaltsführung nicht angeben
Wer berufsbedingt eine Zweitwohnung unterhält, kann Kosten bis 1.000 EUR/Monat absetzen. Viele wissen nicht, dass das auch bei eigener Wohnung am Heimatort gilt.
Fehler 6: Sonderausgaben nicht vollständig listen
- Kirchensteuer → vergessen!
- Gewerkschaftsbeiträge → werden oft als Werbungskosten vergessen
- Steuerberatungskosten → absetzbar als Werbungskosten
- Spenden → Spendenquittung aufbewahren
- Riester/Rürup-Beiträge → Bescheinigung vom Anbieter einholen

Fehler 7: Kinderfreibetrag nicht in der Anlage Kind eintragen
Das Finanzamt prüft zwar automatisch, ob Kindergeld oder Freibetrag günstiger ist – aber nur, wenn Sie Ihre Kinder in Anlage Kind eintragen. Vergessen Sie das, verschenken Sie den Günstigkeitsvorteil.
Fehler 8: Kapitalverluste nicht gegenrechnen
Verluste aus Aktienverkäufen können nur mit anderen Kapitalgewinnen verrechnet werden – nicht mit anderen Einkunftsarten. Wenn Sie Verluste haben, beantragen Sie eine Verlustbescheinigung bei der Bank (bis 15. Dezember des Steuerjahres!).
Fehler 9: Steueridentifikationsnummer falsch eintragen
Klingt banal, aber falsche Steuer-ID führt zu Rückfragen und Verzögerungen. Prüfen Sie alle IDs – für sich und alle Familienmitglieder.
Fehler 10: Keine Belege aufbewahren
Belege müssen nicht mehr eingereicht werden – aber das Finanzamt kann sie anfordern. Heben Sie alle relevanten Belege mindestens 10 Jahre auf (digital oder in Papier).
In der Regel ja, besonders wenn Sie Immobilieneinkünfte, Kapitalanlagen, Selbstständigkeit oder komplexe Lebenssituationen (Scheidung, Erbschaft, Umzug) haben. Die Kosten sind als Werbungskosten absetzbar.

Bis zur Bestandskraft (Einspruchsfrist: 1 Monat nach Bescheid) können Sie eine korrigierte Erklärung einreichen. Danach ist ein Antrag auf Änderung nach § 173 AO möglich, wenn neue Tatsachen vorliegen.
ELSTER (kostenlos, offiziell), WISO Steuer, Taxfix, Smartsteuer und Steuererklarung.de sind verbreitet. Für Komplexe Fälle (Selbstständige, Vermieter): WISO oder ein Steuerberater.