Im Alter noch eine Immobilie kaufen? Das kann sinnvoll sein – für die eigene Nutzung, als Kapitalanlage oder als Erbschaftsgestaltung. Doch je älter der Investor, desto wichtiger ist die steuerliche Planung: AfA-Restlaufzeit, Erbschaft, Steuerlast im Rentenalter und Nießbrauchsgestaltung wollen durchdacht sein.
AfA im Alter: Was die Erben davon haben
Bei Erbschaft einer Mietimmobilie setzt der Erbe die Abschreibung des Erblassers fort – auf derselben Bemessungsgrundlage und mit demselben Restzeitraum. Das ist ein stiller Vorteil der Immobilienerbschaft gegenüber anderen Anlagewerten.

Aber: Schenkung zu Lebzeiten kann besser sein
Wer die Immobilie schenkt, überträgt auch die AfA-Basis auf die Beschenkten. Diese können dann weiter abschreiben. Bei einer Schenkung zum günstigen Zeitpunkt kann die Steueroptimierung über mehrere Generationen funktionieren.
Steuerlast auf Mieteinnahmen im Rentenalter
Im Rentenalter sind die Einkünfte oft geringer – Rente wird nur zu einem Teil versteuert, andere Einnahmen können fehlen. Das senkt den Grenzsteuersatz erheblich. Mieteinnahmen werden dann mit einem niedrigeren Steuersatz belastet als im Berufsleben.
Nießbrauch: Immobilie schenken, Einnahmen behalten
Wer die Immobilie bereits im Alter an Kinder schenkt, aber weiterhin Mieteinnahmen beziehen will, kann einen Nießbrauch vereinbaren. Das reduziert den Schenkungswert (steuerlich günstiger) und sichert die eigenen Einnahmen.
- Schenken mit Nießbrauchsvorbehalt: Kinder werden Eigentümer, Schenker behält Einnahmen
- Erbschaftsteuer-Freibetrag bereits zu Lebzeiten genutzt
- Mieteinnahmen des Nießbrauchers bleiben zu versteuern (eigener Steuersatz)
- Pflicht-Kosten (Instandhaltung): vertraglich zwischen Eigentümer (Kind) und Nießbraucher regeln

Finanzierung im Alter: Wann Banken zögern
Ab etwa 70 Jahren werden Immobilienkredite schwieriger zu bekommen. Banken prüfen streng, ob der Kredit noch innerhalb der Lebenserwartung getilgt werden kann. Alternativen:
- Kauf aus Eigenkapital (kein Kredit notwendig)
- Generationenkredit (Kinder bürgen mit oder übernehmen Kredit)
- Leibrente als Kaufmodell (Zahlung über Restleben des Verkäufers)
Häufige Fragen zu Immobilien im Alter
Kann ich eine Immobilie im Alter noch gewinnbringend verkaufen?
Ja, wenn die 10-Jahres-Spekulationsfrist abgelaufen ist, ist der Gewinn steuerfrei. Wer mit 60 kauft und mit 75 verkauft: steuerfrei. Wer innerhalb von 10 Jahren verkauft: Veräußerungsgewinn steuerpflichtig. Im Alter ist die Steuerlast aber oft niedriger.
Wie wird die Immobilie bei meinem Tod für die Erben besteuert?
Erbschaftsteuerlich wird der Verkehrswert der Immobilie (oder bei Vermietung: steuerlicher Bewertungsabschlag) dem Nachlass zugerechnet. Freibeträge werden angerechnet. Selbst genutzte Familienwohnungen bis 200 m² (für Kinder) sind steuerfrei – wenn 10 Jahre selbst genutzt.

Lohnt es sich noch, im Alter eine Immobilie zu kaufen?
Kommt auf den Zweck an. Für die eigene Nutzung (Mietfreiheit im Alter): oft sinnvoll. Als Kapitalanlage: AfA läuft lange, aber Steuervorteil ist real. Als Erbschaftsgestaltung: ja, wenn Kinder die Immobilie weiterführen. Liquidität behalten! Immobilien sind illiquide – genug Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben.