Steueroptimierung · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Apr. 2026

GmbH gründen oder Einzelunternehmen: Wann lohnt sich der Wechsel?

Ab welchem Gewinn ist eine GmbH steuerlich besser als das Einzelunternehmen? Mit konkreten Berechnungen und allen Vor- und Nachteilen.

GmbH gründen oder Einzelunternehmen: Wann lohnt sich der Wechsel?

Ab welchem Gewinn ist eine GmbH steuerlich besser als das Einzelunternehmen? Mit

Das Grundproblem der Rechtsformwahl

Einzelunternehmer zahlen auf jeden Euro Gewinn Einkommensteuer bis zu 42% + 3,5% Gewerbesteuer (nach Anrechnung). Bei einem Gewinn von 100.000 Euro sind das schnell 45.000–50.000 Euro Steuern.

Eine GmbH zahlt auf den Gewinn Körperschaftsteuer (15%) + Gewerbesteuer (ca. 14%) = ~29%. Wenn du den Gewinn im Unternehmen lässt, sparst du also 16 Prozentpunkte. Der Haken: Bei Ausschüttung an den Gesellschafter kommen nochmals 25% Abgeltungsteuer dazu.

Die Rechnung: Einzel vs. GmbH

Annahme: 100.000 Euro Gewinn, 42% Spitzensteuersatz

Einzelunternehmen: ~47.000 Euro Steuern = 53.000 Euro netto

GmbH (thesaurierend, kein Gehalt): ~29.000 Euro Steuern, 71.000 Euro bleiben in der GmbH

GmbH mit 40.000 Euro Gehalt + Dividende: Gehalt ca. 16.000 Euro Steuer, GmbH-Gewinn 60.000 × 29% = 17.400 Euro, Dividende 42.600 × 25% = 10.650 Euro → gesamt ~44.050 Euro Steuern

Fazit: Bei hohen Gewinnen und Reinvestition ist die GmbH deutlich günstiger.

Checkliste für den GmbH-Wechsel

  1. Ab ca. 80.000–100.000 Euro Jahresgewinn lohnt sich der Vergleich ernsthaft
  2. Gründungskosten einrechnen: Notar ~1.500–3.000 Euro, Steuerberater laufend teurer
  3. Haftungsbegrenzung als GmbH einkalkulieren (besonders relevant bei Risiken)
  4. Betriebsübergang planen: Einzelunternehmen aufgibt, GmbH übernimmt Verträge, Kunden, Mitarbeiter
  5. Steuerberater einschalten — der Wechsel ist komplex und falsch gemacht teuer
  6. Einbringung gegen Anteile möglich (§ 20 UmwStG) — steuerneutral wenn korrekt
Wichtig: Die GmbH ist kein Steuersparmodell für Anfänger. Höhere Buchhaltungskosten, Jahresabschluss beim Notar einreichen, Gesellschafterversammlungen, Haftungseinlagen — das ist Aufwand. Erst ab dauerhaft hohem Gewinn wirklich sinnvoll.
Tipp: Alternative zur echten GmbH: UG (haftungsbeschränkt) mit 1 Euro Stammkapital. Gleiche Steuervorteile, günstigere Gründung, aber kein vollwertiges Kapital. Für Gründer als Zwischenschritt interessant.

GmbH-Wechsel: Fragen

Wie hoch sind die laufenden Kosten einer GmbH gegenüber Einzelunternehmen?

Jährlicher Mehraufwand: 2.000–5.000 Euro für Steuerberater/Buchhalter (Jahresabschluss, doppelte Buchführung, ggf. Prüfung). Plus Kosten für Gesellschafterversammlungen und Notartermine.

Kann ich mein Einzelunternehmen steuerneutral in eine GmbH einbringen?

Ja, unter Bedingungen (§ 20 UmwStG): Einbringung zu Buchwerten möglich, wenn bestimmte Sperrfristen eingehalten werden. Steuerberater ist Pflicht.

Was ist der Unterschied zwischen GmbH und GmbH & Co. KG?

Die GmbH & Co. KG ist eine Kommanditgesellschaft mit GmbH als Komplementär. Sie bietet ähnliche Haftungsbegrenzung, aber andere steuerliche Behandlung (transparent, Gewinn fließt direkt zu den Gesellschaftern).

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater.
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