Steuerstrukturen · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Jun. 2026

GmbH gründen für Steuervorteile: Wann lohnt sich eine GmbH?

Eine GmbH zahlt 15% Körperschaftsteuer statt bis zu 42% Einkommensteuer. Wann lohnt sich die GmbH-Gründung?

GmbH gründen für Steuervorteile: Wann lohnt sich eine GmbH?
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Die GmbH ist die meistgewählte Rechtsform für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland. Wichtigster steuerlicher Vorteil: der konstante Körperschaftsteuersatz von 15 % — deutlich unter dem Einkommensteuer-Spitzensteuersatz von 45 %.

Steuerbelastung GmbH vs. Einzelunternehmen

Einzelunternehmer bei 150.000 € Gewinn:
Einkommensteuer: ca. 55.000 € (+ SolZ + ggf. KiSt + Gewerbesteuer)
Effektiver Satz: ca. 38–45 %

GmbH bei 150.000 € Gewinn (thesauriert):
Körperschaftsteuer: 15 % = 22.500 €
Solidaritätszuschlag: 0,825 % = 1.237 €
Gewerbesteuer: ca. 14 % (je nach Hebesatz) = 21.000 €
Gesamt: ca. 44.737 € (ca. 30 %)

Solange Gewinne in der GmbH verbleiben (thesauriert), sind ca. 10–15 % weniger Steuern fällig. Erst bei Ausschüttung kommt die Abgeltungsteuer (25 %) hinzu.

Geschäftsführergehalt als Steuerhebel

Der Gesellschafter-Geschäftsführer kann ein Gehalt aus der GmbH erhalten. Das Gehalt ist Betriebsausgabe der GmbH und mindert deren Gewinn. Beim GGF unterliegt es der Einkommensteuer — aber ermöglicht Altersvorsorge, Krankenversicherung (als Angestellter) und andere Abzüge.

Optimales Gehalt: so viel, dass der GmbH-Gewinn auf ein steuerlich sinnvolles Niveau sinkt, aber nicht so viel, dass der GGF in die höchste Einkommensteuerklasse rutscht. Typisch: 60.000–80.000 € bei mittelgroßen GmbHs.

Umsatzsteuer und Buchhaltungspflichten

GmbHs sind buchführungspflichtig (§ 238 HGB) und müssen:

  • Jahresabschluss erstellen (Bilanz + GuV)
  • Körperschaftsteuererklärung, Gewerbesteuererklärung, Umsatzsteuererklärung
  • Lohnsteuer bei GGF-Gehalt (monatlich)
  • Offenlegung im Bundesanzeiger (vereinfacht bei kleinen GmbHs)

Steuerberaterkosten: 2.000–6.000 € / Jahr (je nach Umsatz). Mindestens einrechnen.

Gründungskosten und -ablauf

  • Stammkapital: min. 25.000 € (12.500 € bei Gründung eingezahlt)
  • Notarkosten: ca. 500–1.500 €
  • Handelsregistereintrag: 150–300 €
  • Dauer: 3–6 Wochen bis zur Eintragung
  • Alternative: UG (haftungsbeschränkt) ab 1 € Stammkapital — aber Image-Nachteile

Thesaurierung vs. Ausschüttung: Die Gesamtsteuerlast

Wenn Gewinne ausgeschüttet werden, fallen zusätzlich an:

  • Kapitalertragsteuer: 25 %
  • Solidaritätszuschlag: 5,5 % auf KapESt = 1,375 %
  • Ggf. Kirchensteuer: 8–9 % auf KapESt

Gesamtbelastung bei Ausschüttung: ca. 48–50 %. Teileinkünfteverfahren (60 % steuerpflichtig) kann ab Steuersatz unter 42 % günstiger sein.

FAQ

Wann lohnt sich eine GmbH gegenüber dem Einzelunternehmen?
Ab ca. 60.000–80.000 € Jahresgewinn, wenn ein Teil dauerhaft im Unternehmen verbleibt.

Muss die GmbH Gewerbesteuer zahlen?
Ja. GmbHs haben keinen Gewerbesteuer-Freibetrag (24.500 € gilt nur für natürliche Personen). Mindestbesteuerung ab dem ersten Euro Gewinn.

Kann ich mein Einzelunternehmen steuerneutral in eine GmbH umwandeln?
Ja, nach UmwStG — unter Einhaltung einer 7-jährigen Sperrfrist für begünstigte Übertragung.

SteuernSparen.one Redaktion

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