Unternehmenssteuer · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Jun. 2026

GmbH gründen als Selbständiger: Wann lohnt sich der Schritt steuerlich?

Die Frage, ob eine GmbH oder ein Einzelunternehmen steuerlich sinnvoller ist, beschäftigt viele erfolgreiche Selbständige.

GmbH gründen als Selbständiger: Wann lohnt sich der Schritt steuerlich?
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Die Frage, ob eine GmbH oder ein Einzelunternehmen steuerlich sinnvoller ist, beschäftigt viele erfolgreiche Selbständige. Die Antwort hängt von der Einkommenssituation ab, aber als Faustregel gilt: Ab etwa 80.000–100.000 € Jahresgewinn wird die GmbH zunehmend interessant. Warum und wie – das erklären wir hier.

Grundvergleich: Einzelunternehmen: bis 45 % Einkommensteuer. GmbH: 15 % Körperschaftsteuer + ~15 % Gewerbesteuer = ca. 30 % auf Gewinn. Wenn der Gewinn nicht entnommen wird, spart man bis zu 15 % Steuern – die im Unternehmen verbleiben und reinvestiert werden.

Steuerbelastung im Vergleich

BetrachtungEinzelunternehmenGmbH (thesauriert)GmbH (ausgeschüttet)
Körperschaft-/ESt auf Gewinn42–45 %15 %15 %
Gewerbesteuer~14 % (mit Anrechnung)~15 %~15 %
Kapitalertragsteuer (Ausschüttung)25 % (auf Gewinnausschüttung)
Gesamtbelastungca. 44–47 %ca. 30 %ca. 48 % (inkl. Ausschüttung)

Der Vorteil der GmbH liegt in der Thesaurierung: Wird der Gewinn im Unternehmen belassen und reinvestiert, beträgt die Steuerbelastung nur ca. 30 %. Erst bei Ausschüttung entsteht zusätzliche Kapitalertragsteuer – dann ist die Gesamtbelastung ähnlich wie beim Einzelunternehmen.

Wann lohnt sich die GmbH?

  • Hoher Gewinn, der nicht für den Lebensunterhalt benötigt wird (Reinvestition)
  • Aufbau von Betriebsvermögen (Immobilien, Maschinen, Beteiligungen) in der GmbH
  • Haftungsbeschränkung als weiterer Vorteil (kein privates Risiko)
  • Arbeitnehmer einstellen – GmbH ist professionellere Rechtsform
  • Holding-Struktur: GmbH-Gewinne steuerneutral in Holding verschieben

Geschäftsführergehalt als Steuerhebel

Als Gesellschafter-Geschäftsführer zahlen Sie sich ein Gehalt aus der GmbH. Dieses Gehalt ist bei der GmbH Betriebsausgabe (senkt den GmbH-Gewinn), bei Ihnen persönlich als Arbeitnehmer zu versteuern. Optimal: Gehalt so bemessen, dass die GmbH möglichst wenig Gewinn ausweist, Sie persönlich aber unter dem Spitzensteuersatz bleiben.

Praxis-Tipp: GF-Gehalt ca. 70.000–90.000 € (effektiver Steuersatz ~30 %), Rest in der GmbH thesaurieren (30 % Steuer). Insgesamt: deutlich unter dem Einzelunternehmer-Satz.

Achtung: Nachteile der GmbH

  • Mindestkapital 25.000 € (Stammkapital, muss aufgebracht werden)
  • Doppelte Buchführung und Bilanzpflicht (höhere Steuerberaterkosten)
  • Jahresabschluss im Handelsregister (Transparenzpflicht)
  • Komplexere Verwaltung: Gesellschafterversammlungen, Protokolle
  • Gründungskosten: ca. 500–1.500 € (Notar, Handelsregistereintragung)

Holding-Struktur: Der nächste Schritt

Wer mehrere Gesellschaften oder Beteiligungen hat, nutzt oft eine Holding-Struktur: Eine Holding-GmbH hält Anteile an operativen GmbHs. Gewinne aus Beteiligungsverkäufen (§ 8b KStG) sind bei der Holding zu 95 % steuerbefreit. Das ermöglicht erhebliche Steuergestaltung bei Exit-Szenarien.

Häufige Fragen zur GmbH-Gründung und Steuer

Kann ich mein Einzelunternehmen in eine GmbH einbringen?

Ja, das ist eine Einbringung nach § 20 UmwStG (steuerneutrale Sacheinlage). Das Einzelunternehmen wird mit allen Wirtschaftsgütern in die GmbH eingebracht – ohne sofortige Steuer. Es gibt jedoch Behaltefristen und Gestaltungsanforderungen. Steuerberater ist bei diesem Schritt Pflicht.

Muss ich als GmbH-Geschäftsführer Sozialversicherung zahlen?

Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer (Beteiligung > 50 %) sind in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig. Sie müssen sich selbst um Krankenversicherung, Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsabsicherung kümmern. Das spart Beiträge, birgt aber auch Risiken.

Ab welchem Gewinn lohnt die GmbH wirklich?

Als grobe Daumenregel: Ab 80.000–100.000 € Jahresgewinn wird die GmbH bei konsequenter Thesaurierung interessant. Darunter fressen Mehrkosten (Steuerberater, Jahresabschluss) die Steuerersparnis auf. Aber: Der Break-even ist individuell – eine persönliche Berechnung ist unerlässlich.

SteuernSparen.one Redaktion

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