Unternehmenssteuer · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Apr. 2026

Körperschaftsteuer: Grundlagen für GmbH und AG

Wer eine GmbH oder AG betreibt, zahlt auf den Unternehmensgewinn zunächst Körperschaftsteuer (KSt) .

Körperschaftsteuer: Grundlagen für GmbH und AG
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Wer eine GmbH oder AG betreibt, zahlt auf den Unternehmensgewinn zunächst Körperschaftsteuer (KSt). Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer — insgesamt eine Gesamtbelastung von rund 29–30 %. Was Geschäftsführer und Gesellschafter wissen müssen.

Steuersätze für Kapitalgesellschaften 2026:
Körperschaftsteuer: 15 %
Solidaritätszuschlag: 0,825 % (5,5 % der KSt)
Gewerbesteuer: je nach Gemeinde ca. 14–17 %
Gesamtbelastung: ca. 29–30 % auf den thesaurierten Gewinn

Was ist die Körperschaftsteuer?

Die Körperschaftsteuer ist die Einkommensteuer für juristische Personen — also für GmbH, AG, UG, eG und ähnliche Kapitalgesellschaften. Der Steuersatz beträgt einheitlich 15 % auf das zu versteuernde Einkommen. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die KSt, also effektiv 0,825 % auf den Gewinn.

Gewerbesteuer: Die oft vergessene dritte Steuer

Kapitalgesellschaften sind immer gewerbesteuerpflichtig — unabhängig von ihrer Tätigkeit. Die Gewerbesteuer bemisst sich am Gewerbeertrag und wird von der Gemeinde erhoben. Der Hebesatz variiert stark: Berlin 410 %, München 490 %, kleine Gemeinden teils nur 200 %. Bei einem typischen Hebesatz von 400 % beträgt die effektive Gewerbesteuerlast ca. 14 %.

SteuerartSatzBehörde
Körperschaftsteuer15,0 %Finanzamt
Solidaritätszuschlag0,825 %Finanzamt
Gewerbesteuer (Hebesatz 400 %)ca. 14,0 %Gemeinde
Gesamt auf Gewinnca. 29,8 %

Doppelbesteuerung bei Gewinnausschüttung

Wenn die GmbH Gewinn ausschüttet, fallen auf Gesellschafterebene zusätzlich Steuern an. Privatpersonen zahlen 25 % Abgeltungsteuer plus Soli auf die Dividende. GmbH-Gesellschafter mit mindestens 25 % Beteiligung können alternativ das Teileinkünfteverfahren wählen — dann werden 60 % der Dividende mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Das Teileinkünfteverfahren lohnt sich, wenn der persönliche Steuersatz unter ca. 42 % liegt.

Optimierung: Statt hohe Dividenden auszuschütten, kann der Gesellschafter-Geschäftsführer ein Gehalt beziehen — das ist Betriebsausgabe der GmbH und reduziert die KSt-Basis. Dazu kommen Tantiemen, Pensionszusagen, Dienstwagen. Mit einem Steuerberater lässt sich das perfekte Verhältnis aus Gehalt, Tantieme und Thesaurierung ermitteln.

Was kann die GmbH von der Körperschaftsteuer abziehen?

  • Geschäftsführergehalt (auch bei GGF)
  • Miete für betriebliche Räume (auch an Gesellschafter vermietbar)
  • Zinsen auf Gesellschafterdarlehen (Fremdüblichkeit beachten)
  • Abschreibungen auf Anlagevermögen
  • Betriebliche Aufwendungen aller Art
  • Verlustvorträge aus Vorjahren (Mindestbesteuerung: max. 60 % des Gewinns über 1 Mio. €)
Zahlt eine GmbH auch dann KSt, wenn kein Gewinn ausgeschüttet wird?

Ja. KSt fällt auf den Gewinn der GmbH an, egal ob er thesauriert oder ausgeschüttet wird. Das ist der Unterschied zur Einkommensteuer von Personengesellschaften.

Was ist das Schachtelprivileg?

Wenn eine GmbH an einer anderen GmbH zu mindestens 10 % beteiligt ist, sind Dividenden und Veräußerungsgewinne zu 95 % steuerfrei. Das ermöglicht Holdingstrukturen mit extrem niedriger Steuerlast auf Kapitalerträge.

Wann muss die KSt-Erklärung abgegeben werden?

Grundsätzlich bis zum 31. Juli des Folgejahres, mit Steuerberater bis Ende Februar des übernächsten Jahres. Für das Steuerjahr 2025 also bis 31.07.2026 (ohne Berater) oder 28.02.2027 (mit Berater).

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater.
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