Immobilien & Steuern · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Apr. 2026

Grunderwerbsteuer beim Hauskauf sparen: Tipps, Tricks und legale Gestaltungen

Die Grunderwerbsteuer ist eine der höchsten Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb.

Grunderwerbsteuer beim Hauskauf sparen: Tipps, Tricks und legale Gestaltungen
Zuletzt aktualisiert:

Die Grunderwerbsteuer ist eine der höchsten Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb. Je nach Bundesland zahlen Käufer 3,5% bis 6,5% des Kaufpreises – auf 400.000 € sind das bis zu 26.000 €. Kein Wunder, dass sich viele fragen: Wie kann man das legal reduzieren?

Grunderwerbsteuersätze 2026 nach Bundesland:
Bayern, Sachsen: 3,5% (niedrigste)
Hessen, Thüringen, NRW, Saarland: 6,5% (höchste)
Baden-Württemberg: 5%
Berlin, Brandenburg: 6%
Bayern und Sachsen sind am günstigsten für Immobilienkäufer.

Was löst Grunderwerbsteuer aus?

Grunderwerbsteuer fällt bei jedem Rechtsträgerwechsel an:

  • Kauf einer Immobilie oder eines Grundstücks
  • Erwerb eines Anteils an einer Grundstücksgesellschaft (ab 90%)
  • Tausch von Grundstücken
  • Meistgebot bei Zwangsversteigerung

Keine Grunderwerbsteuer bei Schenkung, Erbschaft oder Übertragung an direktlinige Verwandte (Eltern, Kinder, Ehegatte).

Legale Wege zur Steuerreduzierung

1. Kaufpreis aufteilen (bewegliche Gegenstände herausnehmen)

Im Kaufvertrag können bewegliche Gegenstände separat ausgewiesen werden – Küche, Einbauschränke, Gartenhäuschen, Sauna. Diese unterliegen nicht der Grunderwerbsteuer. Bei einer Küche für 15.000 € spart man damit bei 6,5% immerhin 975 € Steuern.

Achtung: Das Finanzamt prüft, ob die ausgewiesenen Werte realistisch sind. Überhöhte Werte für Küche oder Einrichtung können als Gestaltungsmissbrauch gewertet werden. Als Faustregel gilt: Maximaler Abzug für Einrichtung ca. 10–15% des Kaufpreises, gut begründet.

2. Share Deal (Anteilskauf statt Direktkauf)

Wenn eine Immobilien-GmbH die Immobilie hält und der Käufer weniger als 90% der Anteile kauft, fällt keine Grunderwerbsteuer an. Das war früher eine häufig genutzte Steuerstrategie, die der Gesetzgeber aber durch Reform 2021 weitgehend eingeschränkt hat.

3. Grundstück und Gebäude getrennt kaufen

Wenn Grundstück und Gebäude von verschiedenen Personen verkauft werden und kein einheitliches Vertragswerk besteht, fällt die GrESt nur auf den Grundstückspreis an – nicht auf die Baukosten. Das funktioniert bei Neubau mit eigenem Architekten/Bauunternehmer.

4. Familiäre Gestaltungen nutzen

Übertragungen an Ehegatte, Kinder, Enkel, Eltern sind grunderwerbsteuerfrei. Wer Teile einer Immobilie an Kinder übertragen will, kann dies ohne GrESt tun – nur echte Schenkung/Erbschaft, kein Kauf.

FAQ: Grunderwerbsteuer

Wann muss die Grunderwerbsteuer gezahlt werden?

Innerhalb von 4 Wochen nach dem Grunderwerbsteuerbescheid, der nach Beurkundung des Kaufvertrags vom Finanzamt ergeht. Ohne Zahlung gibt es keine Unbedenklichkeitsbescheinigung – ohne die kein Grundbucheintrag.

Kann ich die Grunderwerbsteuer von der Einkommensteuer absetzen?

Nein, bei privaten Käufen nicht. Bei vermieteten Immobilien gehört die GrESt zu den Anschaffungsnebenkosten, die über die Nutzungsdauer der Immobilie abgeschrieben werden.

Gibt es Grunderwerbsteuer beim Ersteigern einer Immobilie?

Ja. Beim Meistgebot in der Zwangsversteigerung fällt ebenfalls Grunderwerbsteuer an – auf den Zuschlagspreis. Oft vergessen Bieter das bei ihrer Kalkulation.

Mehr zur steuerlichen Behandlung von Immobilien finden Sie in unserem Ratgeber zur Immobilien-AfA und zu Steuern auf Mieteinnahmen.

SteuernSparen.one Redaktion

Unsere Inhalte werden von einem spezialisierten Redaktionsteam erstellt und regelmäßig auf Richtigkeit und Aktualität geprüft.

✓ Geprüfte Inhalte Zuletzt aktualisiert: Über die Redaktion →
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater.
§
Baufinanzierung vergleichen Aktuelle Zinsen und steuerliche Absetzbarkeit
Jetzt berechnen →