Rente & Altersvorsorge · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Jun. 2026

Rentenbesteuerung: Ertragsanteil bei privater Rente verstehen

Private Rentenversicherungen werden anders besteuert als gesetzliche Renten oder Rürup-Renten.

Rentenbesteuerung: Ertragsanteil bei privater Rente verstehen
Zuletzt aktualisiert:

Private Rentenversicherungen werden anders besteuert als gesetzliche Renten oder Rürup-Renten. Das Prinzip heißt Ertragsanteilsbesteuerung: Nur ein kleiner, gesetzlich festgelegter Teil der Rente gilt als steuerpflichtiger Ertrag — der Rest gilt als steuerfreie Kapitalrückzahlung.

Ertragsanteil private Rente:
Rentenbeginn mit 65 Jahren: 18 % steuerpflichtig
Rentenbeginn mit 60 Jahren: 22 % steuerpflichtig
Rentenbeginn mit 70 Jahren: 15 % steuerpflichtig
Der Rest: steuerfreie Kapitalrückzahlung

Ertragsanteil: Die vollständige Tabelle

Rentenbeginn AlterErtragsanteil
55 Jahre26 %
60 Jahre22 %
62 Jahre21 %
65 Jahre18 %
67 Jahre17 %
70 Jahre15 %
75 Jahre11 %

Was gilt für welche Rentenart?

Nicht alle Renten werden gleich besteuert:

  • Private Rentenversicherung (klassisch, fondsgebunden): Ertragsanteilsbesteuerung
  • Gesetzliche Rente (GRV): Kohortenprinzip — je später Rentenbeginn, desto höherer steuerpflichtiger Anteil (bis 100 % ab 2058)
  • Rürup-Rente (Basis-Rente): Wie gesetzliche Rente (nachgelagerte Besteuerung, bis 100 %)
  • Riester-Rente: Vollständige Besteuerung (nachgelagert)
  • Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Vollständige Besteuerung (nachgelagert)

Praxisbeispiel: Wie viel bleibt netto?

Herr M., 65 Jahre, erhält aus seiner privaten Rentenversicherung 1.200 Euro monatlich = 14.400 Euro jährlich.
Ertragsanteil 18 %: 14.400 × 18 % = 2.592 Euro steuerpflichtig.
Davon Grundfreibetrag 12.096 Euro abziehen → keine Steuer (wenn keine anderen relevanten Einkünfte).
Selbst bei der gesetzlichen Rente von 15.000 Euro + 2.592 Euro Ertragsanteil = 17.592 Euro gesamt → nach Altersentlastungsbetrag und Sonderausgaben oft kaum Steuer.

Vorteil private Rente: Der niedrige Ertragsanteil macht private Rentenversicherungen für Gutverdienende attraktiv — besonders wenn in der Ansparphase keine Steuerersparnis geltend gemacht wurde (Beiträge aus versteuertem Einkommen). Die Auszahlung ist dann fast steuerfrei.
Was passiert steuerlich bei einer Einmalzahlung statt Rente?

Bei Einmalzahlung aus einer privaten Rentenversicherung gilt das Halbeinkünfteverfahren: Wurde der Vertrag nach 2004 abgeschlossen, sind 50 % der Erträge steuerpflichtig — wenn die Versicherung mindestens 12 Jahre läuft und erst nach dem 62. Lebensjahr ausgezahlt wird.

Wie werden Renten aus dem Ausland versteuert?

Je nach DBA mit dem Rentenherkunftsland. Oft gilt: Besteuerung im Wohnsitzland (Deutschland). Ertragsanteilsbesteuerung gilt dann entsprechend. Ausländische Sozialversicherungsrenten werden in Deutschland wie die gesetzliche Rente behandelt.

Muss ich den Ertragsanteil selbst berechnen?

Nein. Der Versicherer stellt eine Steuerbescheinigung aus, in der der steuerpflichtige Anteil der Rente ausgewiesen ist. Dieser Betrag wird in der Steuererklärung (Anlage R-AV/bAV) eingetragen.

SteuernSparen.one Redaktion

Unsere Inhalte werden von einem spezialisierten Redaktionsteam erstellt und regelmäßig auf Richtigkeit und Aktualität geprüft.

✓ Geprüfte Inhalte Zuletzt aktualisiert: Über die Redaktion →
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater.
§
Steuer-Rechner nutzen Rentenbesteuerung und Altersvorsorge berechnen
Jetzt berechnen →