Stiftungen · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Mai. 2026

Stiftung gründen: Kosten im Überblick (einmalig und laufend)

Was kostet eine Stiftung? Gründungskosten, Notar, Behörden und laufende Kosten für Steuerberater und Verwaltung.

Stiftung gründen: Kosten im Überblick (einmalig und laufend)
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Eine Stiftung zu gründen kostet Geld — aber die Höhe hängt stark von Art, Zweck und Vermögen ab. Hier sind die echten Kosten für jede Stiftungsform aufgeschlüsselt.

Stiftungstypen und ihre Kostenstruktur

Es gibt zwei Haupttypen: die rechtsfähige Stiftung (juristische Person, staatlich anerkannt) und die nicht-rechtsfähige Stiftung (treuhänderische Stiftung, kein eigenes Rechtspersönlichkeit). Die rechtsfähige Stiftung ist dauerhafter und transparenter — und teurer in der Gründung. Die treuhänderische Stiftung ist günstiger, aber weniger unabhängig (das Stiftungsvermögen liegt beim Treuhänder).

Rechtsfähige Stiftung: Gründungskosten

Mindest-Stiftungskapital: Rechtlich gibt es kein gesetzliches Mindestkapital. Praktisch akzeptieren Stiftungsbehörden erst ab 50.000–100.000 Euro (je nach Bundesland). Die Stiftungsbehörde prüft, ob das Stiftungszweck dauerhaft erfüllbar ist. Mit 100.000 Euro Kapital und 4 % Rendite = 4.000 Euro jährliche Erträge — gerade genug für kleine Stiftungszwecke.

KostenpositionEinmaligJährlich
Notarkosten (Stiftungsgeschäft)500–2.000 €
Rechts-/Steuerberatung Satzung2.000–5.000 €
Stiftungsbehörde0–500 €
Steuerberatung laufend1.500–3.000 €
Buchhaltung500–1.500 €
Gesamt3.000–8.000 €2.000–5.000 €

Gemeinnützige vs. Familienstiftung: Steuerliche Unterschiede

Gemeinnützige Stiftungen sind körperschaftsteuerbefreit — ihre Erträge sind steuerfrei, solange sie den gemeinnützigen Zweck fördern. Im Gegenzug dürfen sie keine Ausschüttungen an private Begünstigte leisten. Familienstiftungen zahlen Körperschaftsteuer auf Erträge (15 %), können aber Ausschüttungen an Familienmitglieder leisten — das ist der zentrale Unterschied.

Treuhänderische Stiftung: Günstiger Einstieg

Die treuhänderische (nicht-rechtsfähige) Stiftung kann schon ab 10.000–20.000 Euro sinnvoll sein. Gründungskosten: 500–2.000 Euro. Der Treuhänder (häufig ein Gemeinschaftsfonds einer Bank oder ein Wohlfahrtsverband) verwaltet das Kapital. Der Nachteil: Der Stifter hat weniger Kontrolle, und bei Insolvenz des Treuhänders ist das Kapital gefährdet.

  • Stiftungstyp wählen: rechtsfähig vs. treuhänderisch
  • Gemeinnützig vs. Familienstiftung: Steuerbefreiung vs. Ausschüttungsrecht
  • Kapitalbedarf: mind. 100.000 € für rechtsfähige Stiftung (behördenabhängig)
  • Notar und spezialisierter Steuerberater einbeziehen
  • Laufende Kosten einplanen: 2.000–5.000 € jährlich
Stiftung ist endgültig: Eine einmal anerkannte Stiftung kann nicht einfach aufgelöst werden. Das Stiftungskapital ist dauerhaft dem Stiftungszweck gewidmet. Nur unter engen Voraussetzungen (Zweckänderung, Fusion, Aufhebung durch Behörde) kann eine Stiftung aufgelöst werden. Wer die Kontrolle über sein Vermögen behalten will, ist mit einer GmbH oder einem Familienpool besser bedient.
SteuernSparen.one Redaktion

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