Unternehmenssteuer · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Mai. 2026

Verdeckte Einlage in die GmbH: Was Gesellschafter wissen müssen

Verdeckte Einlage in die GmbH: Was Gesellschafter wissen müssen

Verdeckte Einlage in die GmbH: Was Gesellschafter wissen müssen
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Nicht jede Einlage in eine GmbH geschieht formal. Wenn ein Gesellschafter der GmbH einen Vorteil zuwendet ohne dafür eine angemessene Gegenleistung zu erhalten, spricht das Steuerrecht von einer verdeckten Einlage.

Definition: Eine verdeckte Einlage liegt vor, wenn ein Gesellschafter (oder ihm nahestehende Person) der GmbH einen einlagefähigen Vermögensvorteil zuwendet und dieser Vorteil seine Ursache im Gesellschaftsverhältnis hat.

Typische Fälle verdeckter Einlage

  • Gesellschafter verkauft Grundstück an GmbH zu deutlich unter Marktwert
  • Gesellschafter erlässt der GmbH eine Forderung (Debt-Equity-Swap)
  • Gesellschafter überlässt Nutzungsrechte oder Dienstleistungen unentgeltlich
  • Gesellschafter bürgt für GmbH-Schulden ohne Avalprovision

Steuerliche Folgen

Auf Ebene des Gesellschafters

Der Gesellschafter behandelt den hingegebenen Vorteil wie eine offene Einlage. Das erhöht seine Anschaffungskosten der GmbH-Beteiligung. Bei einem Forderungsverzicht: Die Forderung muss zum gemeinen Wert eingelegt werden — nicht zum Nennwert!

VorgangBeim GesellschafterBei der GmbH
Grundstück zu 50 % unter Wert verkauftEinlage der 50 % Differenz → AK-ErhöhungZugang zum vollen Wert, höhere Abschreibungsbasis
Forderungsverzicht (werthaltige Forderung)Einlage zum gemeinen Wert → AK-ErhöhungErtrag = steuerfreier Einlage-Zugang
Forderungsverzicht (wertlose Forderung)Einlage nur zum Wert 0 → kein SteuereffektErtrag in Höhe Nennwert (außerbilanzieller Ausgleich)
Forderungsverzicht-Falle: Verzichtet der Gesellschafter auf eine bereits wertlose Forderung, erhöht das seine Anschaffungskosten nicht — aber die GmbH erzielt trotzdem einen Ertrag. Dieser wird dann als Einlage behandelt, vermindert aber nicht die drohende Körperschaftsteuer-Last der GmbH.

Auf Ebene der GmbH

Die GmbH erhält einen steuerfreien Vermögenszugang. Die verdeckte Einlage erhöht das steuerliche Einlagekonto (§27 KStG) und ist körperschaftsteuerfrei. Eine spätere Ausschüttung aus dem Einlagekonto ist für den Gesellschafter steuerfrei (kein Kapitalertrag).

Abgrenzung zur verdeckten Gewinnausschüttung (vGA)

vGA = GmbH benachteiligt sich zugunsten des Gesellschafters. Verdeckte Einlage = Gesellschafter benachteiligt sich zugunsten der GmbH. Beides ist unerwünscht, weil es den Fremdvergleichsgrundsatz verletzt — aber mit entgegengesetzten Steuerfolgen.

Wie weist man die Anschaffungskostenerhöhung nach?

Durch Dokumentation des Einlagevorgangs (Gutachten über Verkehrswert, Buchhaltungsbeleg). Das Finanzamt akzeptiert die AK-Erhöhung nur, wenn der Einlagewert nachvollziehbar ist.

Was ist mit unentgeltlichen Nutzungsüberlassungen?

Nutzungsvorteile (kein Sachvermögen) sind nicht einlagefähig. Lässt ein Gesellschafter der GmbH ein Auto kostenlos nutzen, ist das keine verdeckte Einlage — sondern führt zu einer nicht abzugsfähigen Betriebsausgabe beim Gesellschafter und einem vorteilsgleichen Sachverhalt bei der GmbH.

Kann man verdeckte Einlagen in der Bilanz korrigieren?

Ja, durch eine ordentliche Einlagebuchung. Das setzt allerdings voraus, dass alle Beteiligten zustimmen und der Vorgang buchhalterisch korrekt nachgebucht wird. Rückwirkende Korrekturen sind schwierig.

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