Der Firmenwagen als Gehaltsbestandteil – steuerlich geht es ans Eingemachte. Die Wahl zwischen Fahrtenbuch und 1-Prozent-Methode kann tausende Euro pro Jahr ausmachen. Zu den Grundlagen der 1-Prozent-Regel haben wir einen eigenen Ratgeber – dieser Vergleich zeigt konkret, wann das Fahrtenbuch mehr lohnt.
Das Grundprinzip im Vergleich

| Kriterium | 1-Prozent-Methode | Fahrtenbuch |
|---|---|---|
| Berechnung | 1% Listenpreis/Monat + 0,03% × km zur Arbeit | Tatsächlicher privater Anteil an Gesamtkosten |
| Aufwand | Null (automatisch) | Täglich lückenlose Aufzeichnung |
| Basis | Brutto-Listenpreis (neu, inkl. MwSt.) | Tatsächliche Kfz-Kosten (Sprit, Versicherung, Reparatur, AfA) |
| Vorteil wenn | Hohe Privatnutzung | Geringe Privatnutzung (<25%) |
| Wechsel | Zum 01.01. eines Jahres | Bei Fahrzeugwechsel |
Konkreter Vergleich: BMW 530d, Listenpreis 65.000 EUR
Annahme: 35.000 km/Jahr gefahren, davon 25% privat = 8.750 km. Arbeit ist 30 km entfernt (230 Arbeitstage). Gesamtkosten Auto: 18.000 EUR/Jahr (Leasing + Sprit + Versicherung + Steuer).
1-Prozent-Methode:
| Position | Berechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Privatnutzung | 1% × 65.000 × 12 | 7.800 EUR/Jahr |
| Fahrten Arbeit | 0,03% × 65.000 × 30 × 12 | 7.020 EUR/Jahr |
| Geldwerter Vorteil gesamt | 14.820 EUR/Jahr | |
| Steuer (42% Grenzsteuersatz) | 14.820 × 0,42 | 6.224 EUR/Jahr |
Fahrtenbuch-Methode:
| Position | Berechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Gesamtkosten Auto | 18.000 EUR/Jahr | |
| Privater Anteil (25%) | 25% × 18.000 | 4.500 EUR/Jahr |
| Geldwerter Vorteil | 4.500 EUR/Jahr | |
| Steuer (42%) | 4.500 × 0,42 | 1.890 EUR/Jahr |
Wann kippt die Rechnung zugunsten der 1-Prozent-Methode?
Je mehr Sie das Auto privat nutzen, desto ungünstiger wird das Fahrtenbuch:

| Privatnutzungsanteil | Empfehlung |
|---|---|
| Unter 15% | Fahrtenbuch deutlich besser |
| 15–25% | Fahrtenbuch oft besser (prüfen) |
| 25–40% | Kommt auf Listenpreis an |
| Über 40% | 1-Prozent-Methode oft günstiger |
Das Fahrtenbuch: Was muss drin stehen?
- Datum der Fahrt
- Kilometerstand zu Beginn und Ende
- Reiseziel (genaue Adresse, kein "Kundenbesuch")
- Reisezweck und besuchte Person/Kunde
- Gefahrene Kilometer
- Bei Privatfahrten: Abstand nur km-Angabe ausreichend
Digitales Fahrtenbuch: Zulässig?
Ja, digitale Fahrtenbücher (z.B. TomTom WEBFLEET, Vimcar, Dolphin GPS) sind anerkannt, wenn sie manipulationssicher sind und die Daten nicht im Nachhinein geändert werden können. Einfache Excel-Tabellen werden vom Finanzamt nicht akzeptiert.

Ein Fahrtenbuch muss vollständig geführt werden. Wenn Sie mittendrin aufhören, wird das gesamte Fahrtenbuch verworfen und die 1-Prozent-Methode gilt für das komplette Jahr.
Nein. Die Wahl der Methode liegt beim Arbeitnehmer. Allerdings muss der Arbeitgeber bei der Lohnabrechnung monatlich eine Methode anwenden. Sie können am Jahresende die andere Methode wählen und den Unterschied in der Steuererklärung geltend machen.