Kapitalanlagen · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Apr. 2026

Steuern auf Zinsen 2026: Tagesgeld, Festgeld, Anleihen – was gilt und wie sparen

Nach Jahren der Nullzins-Ära sind Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld wieder attraktiv.

Steuern auf Zinsen 2026: Tagesgeld, Festgeld, Anleihen – was gilt und wie sparen
Zuletzt aktualisiert:

Nach Jahren der Nullzins-Ära sind Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld wieder attraktiv. Mit 3–4% auf sichere Anlagen lohnen sich Festgelder wieder – aber das Finanzamt möchte seinen Anteil. Wie Zinsen besteuert werden, was Sie wie absetzen können und wann Anleihen anders behandelt werden.

Grundregel Zinsen 2026: Alle Zinseinkünfte unterliegen der Abgeltungssteuer (25% + Soli + ggf. KiSt). Der Freistellungsauftrag schützt die ersten 1.000 €/Person. Darüber: automatisch 26,375% Steuer.

Tagesgeld und Festgeld

AnlageBesteuerungZeitpunkt
Tagesgeld25% Abgeltungssteuer auf ZinsenWenn Zinsen gutgeschrieben werden (meist jährlich)
Festgeld 1–3 Jahre25% AbgeltungssteuerBei Fälligkeit (oder Zinsgutschrift)
Festgeld bei ausländischer Bank25% AbgeltungssteuerAnlage KAP erforderlich

Freistellungsauftrag strategisch einsetzen

Bei mehreren Konten und Depots sollte der Freistellungsauftrag dort platziert werden, wo die höchsten Erträge erwartet werden:

  • Hochzins-Tagesgeldkonto: Hoher Anteil des Freistellungsauftrags
  • Dividenden-Depot: Entsprechend der erwarteten Dividendeneinnahmen
  • Ehepartner: Je eigenen Auftrag von 1.000 € einrichten

Anleihen: Unterschied Stückzinsen und Kursgewinne

Bei Anleihen gibt es zwei steuerliche Komponenten:

  • Zinscoupons: Abgeltungssteuer 25% – wie reguläre Zinsen
  • Kursgewinne: Abgeltungssteuer 25% – auch wenn die Anleihe unter Ausgabepreis zurückgezahlt wird
  • Stückzinsen: Bei Kauf einer Anleihe zwischen Zinszahlungen muss man Stückzinsen zahlen – diese mindern spätere steuerliche Zinseinkünfte
Nullkupon-Anleihen: Bei Zerobonds (Anleihen ohne Coupon) fließen die Zinsen erst bei Fälligkeit. Das Finanzamt besteuert die Differenz zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis als Kapitalertrag – auch wenn kein Geld geflossen ist.

Ausländische Zinserträge

Banken in anderen EU-Ländern führen keine deutsche Abgeltungssteuer ab. Die Zinsen müssen in der Anlage KAP angegeben werden. Eine Quellensteuer, die das Ausland einbehalten hat, wird auf die deutsche Steuer angerechnet (bis max. 25%).

FAQ: Zinsen und Steuern

Sind Zinsen aus P2P-Krediten steuerpflichtig?

Ja. Zinsen aus P2P-Plattformen (Bondora, Mintos, Peerberry) sind Kapitalerträge und mit 25% Abgeltungssteuer steuerpflichtig. Verlustausfälle können als Kapitalverluste abgezogen werden – aber nur gegenüber anderen Kapitalerträgen.

Was ist mit Zinsen aus einem Privat-Darlehen?

Wenn Sie jemandem privat Geld leihen und Zinsen erhalten, sind diese ebenfalls Kapitalerträge. Die Abgeltungssteuer gilt. Nur wenn die Zinsen fremdüblich sind und ordentlich dokumentiert werden, erkennt das Finanzamt den Vertrag an.

Lohnt es sich, Zinserträge in der Steuererklärung anzugeben?

Nur wenn Ihr persönlicher Steuersatz unter 25% liegt (Günstigerprüfung). Dann können Sie eine Rückerstattung der überzahlten Abgeltungssteuer bekommen. Das ist für Geringverdiener oder Rentner mit niedrigem Einkommen relevant.

SteuernSparen.one Redaktion

Unsere Inhalte werden von einem spezialisierten Redaktionsteam erstellt und regelmäßig auf Richtigkeit und Aktualität geprüft.

✓ Geprüfte Inhalte Zuletzt aktualisiert: Über die Redaktion →
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater.
§
Depot-Vergleich öffnen Günstigste Konditionen für ETF & Aktien
Jetzt berechnen →