Rente & Altersvorsorge · 3 Min. Lesezeit

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): So sparen Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): So sparen Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): So sparen Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eines der steuerlich attraktivsten Instrumente für Arbeitnehmer. Bis zu 7.728 € pro Jahr fließen steuerfrei und sozialabgabenfrei in die Rente — direkt vom Bruttogehalt.

2024er Grenze: §3 Nr.63 EStG erlaubt 8 % der Beitragsbemessungsgrenze West (2024: 90.600 €) = 7.248 € steuerfrei. Sozialabgabenfrei sind 4 % = 3.624 €.

Wie funktioniert die bAV steuerlich?

Entgeltumwandlung bedeutet: Ein Teil Ihres Bruttogehalts wird direkt vom Arbeitgeber in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds eingezahlt. Sie versteuern dieses Geld jetzt nicht — sondern erst im Rentenalter, wenn Ihr Steuersatz meist deutlich niedriger ist.

EinzahlungJetztRentenbezug
SteuerpflichtNein (bis Grenze)Ja (Ertragsanteil/nachgelagert)
SozialabgabenNein (bis 4 %)GKV-Beitrag auf Leistungen
ArbeitgeberzuschussMin. 15 % gesetzlich

Die 5 Durchführungswege im Überblick

  • Direktversicherung: Klassiker, einfach, portabel — Lebens-/Rentenversicherung auf Arbeitnehmernamen
  • Pensionskasse: Ähnlich wie Direktversicherung, meist bei Branchen-Einrichtungen
  • Pensionsfonds: Kapitalmarktorientierter, höheres Renditepotenzial, aber mehr Risiko
  • Direktzusage: Arbeitgeber verspricht Rente direkt — nur bei großen Unternehmen sinnvoll
  • Unterstützungskasse: Sonderform für GGF (Gesellschafter-Geschäftsführer)
Achtung Kassenpatienten: Auf bAV-Rentenzahlungen über der Freigrenze (2024: 176,75 €/Monat) fallen volle GKV-Beiträge an — ca. 18,3 % Arbeitnehmeranteil. Das reduziert die Netto-Rendite erheblich. Für PKV-Versicherte entfällt dieser Nachteil.

Wann lohnt sich die Entgeltumwandlung?

Die bAV lohnt sich am meisten, wenn:

  • Ihr Grenzsteuersatz heute hoch ist (ab 35–42 % besonders attraktiv)
  • Der Arbeitgeber mehr als die gesetzlichen 15 % zuschießt
  • Sie PKV-versichert sind (kein GKV-Beitrag im Rentenalter)
  • Sie eine lange Laufzeit haben (mind. 10–15 Jahre bis Rente)

Rechenbeispiel: Ersparnis bei 200 €/Monat bAV

PositionOhne bAVMit bAV 200 €/Monat
Bruttogehalt Abzug200 €
Steuerersparnis (42 %)84 €
SV-Ersparnis (ca. 20 %)40 €
Netto-Aufwandca. 76 €
Effektiver Faktor2,6x Hebel
GGF-Tipp: Gesellschafter-Geschäftsführer können über Unterstützungskasse oder Direktzusage unbegrenzt bAV aufbauen — weit über die §3 Nr.63-Grenze hinaus. Das ist ein zentrales GmbH-Steuersparmodell.
Was passiert mit der bAV bei Jobwechsel?

Direktversicherungen und Pensionskassen sind portabel: Sie können den Vertrag mit zum neuen Arbeitgeber nehmen oder privat weiterführen. Eine Kündigung ist meist nicht möglich, aber der Rückkaufswert kann übertragen werden.

Kann ich auch als Minijobberin bAV abschließen?

Ja, aber die steuerliche Wirkung ist bei Minijobs gering, da kaum Steuern anfallen. Der gesetzliche Arbeitgeberzuschuss gilt trotzdem — fragen Sie Ihren Arbeitgeber gezielt danach.

Muss ich die bAV in der Steuererklärung angeben?

Nein — die Entgeltumwandlung ist bereits im Lohnausweis berücksichtigt. Im Rentenalter müssen Sie die Leistungen als sonstige Einkünfte (§22 Nr.5 EStG) angeben.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater.
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