Die 15 Pflichtangaben einer ordnungsgemäßen Rechnung
Nur eine ordnungsgemäße Rechnung berechtigt zum Vorsteuerabzug. Fehlt auch nur eine Pflichtangabe, kann das Finanzamt den Vorsteuerabzug verweigern — auch wenn die Leistung tatsächlich erbracht wurde. Die Folge: Steuernachzahlung plus Zinsen.

| Nr. | Pflichtangabe (§14 Abs. 4 UStG) | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | Vollständiger Name und Anschrift des Leistenden | Max Mustermann GmbH, Hauptstr. 1, 10115 Berlin |
| 2 | Vollständiger Name und Anschrift des Leistungsempfängers | Kunde GmbH, Musterweg 5, 20095 Hamburg |
| 3 | Steuernummer oder USt-ID des Leistenden | DE123456789 |
| 4 | Ausstellungsdatum der Rechnung | 14.04.2026 |
| 5 | Fortlaufende Rechnungsnummer | 2026-042 |
| 6 | Menge und handelsübliche Bezeichnung der Leistung | "10 Stunden Beratung Steuerrecht" |
| 7 | Zeitpunkt der Lieferung/Leistung | 01.04.2026–14.04.2026 |
| 8 | Nettobetrag (nach Steuersatz aufgeteilt) | 1.000,00 € (19 %) |
| 9 | Anzuwendender Steuersatz | 19 % |
| 10 | USt-Betrag oder Hinweis auf Steuerbefreiung | 190,00 € USt |
| 11 | Bruttobetrag | 1.190,00 € |
| 12 | Skonto (wenn vereinbart) | "2 % Skonto bei Zahlung bis 28.04.2026" |
| 13 | Hinweis Gutschrift (wenn Empfänger ausstellt) | "Gutschrift" |
| 14 | Hinweis auf Steuerbefreiung (wenn steuerfrei) | "Steuerfreie Leistung nach §4 Nr. 21 UStG" |
| 15 | Hinweis auf Aufbewahrungspflicht (bei B2C-Rechnungen) | Empfänger soll Rechnung 2 Jahre aufbewahren |
Kleinbetragsrechnung: Vereinfachungen bis 250 Euro
Bei einem Gesamtbetrag bis 250 € (§33 UStDV) reichen vereinfachte Angaben:
- Name und Anschrift des Leistenden
- Ausstellungsdatum
- Menge und Art der Leistung
- Entgelt und Steuerbetrag in einer Summe
- Steuersatz

Häufige Fehler und deren Folgen
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Steuernummer fehlt | Vorsteuerabzug verweigert |
| Leistungszeitraum fehlt (nur Rechnungsdatum) | Vorsteuerabzug gefährdet |
| Leistungsbeschreibung zu vage ("Dienstleistungen") | Vorsteuerabzug abgelehnt |
| Falsche Rechnungsnummer | Formfehler — rückwirkende Korrektur möglich |
| Rechnungsaussteller ≠ Leistender | Vorsteuerabzug verweigert |
Ja — fehlerhafte Rechnungen können berichtigt werden. Die berichtigte Rechnung gilt dann rückwirkend für den Vorsteuerabzug (EuGH-Rechtsprechung). Wichtig: Die Berichtigung muss konkret auf die Originalrechnung Bezug nehmen.
Eine Gutschrift ist eine Rechnung, die der Leistungsempfänger (Käufer) ausstellt — statt des Leistenden. Sie muss ausdrücklich als "Gutschrift" bezeichnet sein. Nicht zu verwechseln mit einer kaufmännischen Gutschrift (Rückzahlung).

Ja — digitale Rechnungen sind gleichwertig mit Papierrechnungen. Die Echtheit der Herkunft und Unversehrtheit des Inhalts müssen gewährleistet sein (z.B. durch qualifizierte Signatur oder innerbetriebliches Kontrollverfahren).