Freiwillige Rentenversicherung: Wer kann, wer profitiert?
Wer nicht pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung ist — also z.B. Selbständige, Beamte, bestimmte Freiberufler — kann freiwillig in die GRV einzahlen. Und das lohnt sich nicht nur für die Rente, sondern auch steuerlich.

Wer darf freiwillig einzahlen?
- Selbständige (die nicht pflichtversichert sind)
- Beamte und Beamtinnen
- Im Ausland Beschäftigte mit Wohnsitz in Deutschland
- Hausfrauen/-männer (auch ohne Einkommen)
- Pflichtversicherte: nur außerhalb der Pflichtbeitragsgrenzen (Beitragssatzgrenze beachten)
Beitragshöhe 2024: Mindest- und Höchstbeitrag
| Beitragsart | Betrag 2024 (West) |
|---|---|
| Mindestbeitrag (monatlich) | 100,07 € |
| Höchstbeitrag (monatlich) | 1.404,30 € |
| Beitragssatz | 18,6 % |
| Beitragsbemessungsgrenze | 7.550 €/Monat |
Steuerlicher Abzug: Vorsorgeaufwendungen (§10 EStG)
Freiwillige Rentenversicherungsbeiträge zählen zu den Altersvorsorgeaufwendungen und sind zu 100 % absetzbar (ab 2025) — bis zum Höchstbetrag:
- 2024: 27.566 € (Singles) / 55.132 € (Verheiratete)
- Davon zieht das Finanzamt den steuerfreien Arbeitgeberanteil Pflichtversicherter ab
- Für rein freiwillig Versicherte (ohne AG-Anteil): voller Abzug bis zum Höchstbetrag

Rentenpunkte durch freiwillige Beiträge
Jeder freiwillige Beitrag kauft Rentenpunkte (Entgeltpunkte) ein. 2024 kostet ein voller Rentenpunkt ca. 8.624 € (Beitrag). Das ergibt eine monatliche Rente von ca. 37 € (West). Bei maximaler Einzahlung (1.404,30 €/Monat) kauft man ca. 0,1955 Punkte/Monat.
Checkliste: Freiwillige GRV sinnvoll einsetzen
- Steuerlicher Vorteil berechnen (Grenzsteuersatz × Beitragsbetrag)
- Renteninfo bei der DRV anfordern: Wie viele Punkte fehlen noch?
- Vergleich Basisrente vs. GRV (beide gleich steuerlich begünstigt)
- Mindestversicherungszeit prüfen: 5 Jahre für Anspruch auf Altersrente
- Erwerbsminderungsrente: GRV-Mitgliedschaft schützt
Ja — unter bestimmten Umständen sind Nachzahlungen für vergangene Zeiten möglich (z.B. Kindererziehungszeiten, Ausbildungszeiten). Das muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden.
Beide sind steuerlich gleichwertig (Sonderausgaben). GRV bietet Erwerbsminderungsschutz und Hinterbliebenenrente automatisch. Basisrente hat oft höhere Rendite und mehr Flexibilität. GRV ist fester Anspruch gegen den Staat.

Für Beamte, die nach einer Privatisierung oder einem Wechsel in die Wirtschaft planen, kann das sinnvoll sein. Steuerlich ist es absetzbar — aber die Beamtenpension ist oft höher als eine GRV-Rente für denselben Betrag.