Rente & Altersvorsorge · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Jun. 2026

Freiwillige Rentenversicherung: Beiträge als Sonderausgaben absetzen

Freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind voll absetzbar — bis zum Höchstbetrag. Wer davon profitiert und wie die Steuerersparnis berechnet wird.

Freiwillige Rentenversicherung: Beiträge als Sonderausgaben absetzen
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Freiwillige Rentenversicherung: Wer kann, wer profitiert?

Wer nicht pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung ist — also z.B. Selbständige, Beamte, bestimmte Freiberufler — kann freiwillig in die GRV einzahlen. Und das lohnt sich nicht nur für die Rente, sondern auch steuerlich.

Wer darf freiwillig einzahlen?

  • Selbständige (die nicht pflichtversichert sind)
  • Beamte und Beamtinnen
  • Im Ausland Beschäftigte mit Wohnsitz in Deutschland
  • Hausfrauen/-männer (auch ohne Einkommen)
  • Pflichtversicherte: nur außerhalb der Pflichtbeitragsgrenzen (Beitragssatzgrenze beachten)

Beitragshöhe 2024: Mindest- und Höchstbeitrag

BeitragsartBetrag 2024 (West)
Mindestbeitrag (monatlich)100,07 €
Höchstbeitrag (monatlich)1.404,30 €
Beitragssatz18,6 %
Beitragsbemessungsgrenze7.550 €/Monat

Steuerlicher Abzug: Vorsorgeaufwendungen (§10 EStG)

Freiwillige Rentenversicherungsbeiträge zählen zu den Altersvorsorgeaufwendungen und sind zu 100 % absetzbar (ab 2025) — bis zum Höchstbetrag:

  • 2024: 27.566 € (Singles) / 55.132 € (Verheiratete)
  • Davon zieht das Finanzamt den steuerfreien Arbeitgeberanteil Pflichtversicherter ab
  • Für rein freiwillig Versicherte (ohne AG-Anteil): voller Abzug bis zum Höchstbetrag
Tipp: Wer durch Jahresabschlusszahlung am Jahresende noch den vollen Höchstbetrag ausschöpft, maximiert den Steuerabzug. Freiwillige Beiträge für das laufende Jahr können bis zum 31. Dezember eingezahlt werden.

Rentenpunkte durch freiwillige Beiträge

Jeder freiwillige Beitrag kauft Rentenpunkte (Entgeltpunkte) ein. 2024 kostet ein voller Rentenpunkt ca. 8.624 € (Beitrag). Das ergibt eine monatliche Rente von ca. 37 € (West). Bei maximaler Einzahlung (1.404,30 €/Monat) kauft man ca. 0,1955 Punkte/Monat.

Checkliste: Freiwillige GRV sinnvoll einsetzen

  • Steuerlicher Vorteil berechnen (Grenzsteuersatz × Beitragsbetrag)
  • Renteninfo bei der DRV anfordern: Wie viele Punkte fehlen noch?
  • Vergleich Basisrente vs. GRV (beide gleich steuerlich begünstigt)
  • Mindestversicherungszeit prüfen: 5 Jahre für Anspruch auf Altersrente
  • Erwerbsminderungsrente: GRV-Mitgliedschaft schützt
Kann ich auch für Vorjahre nachzahlen?

Ja — unter bestimmten Umständen sind Nachzahlungen für vergangene Zeiten möglich (z.B. Kindererziehungszeiten, Ausbildungszeiten). Das muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden.

Was ist der Unterschied zwischen freiwilliger GRV und Basisrente?

Beide sind steuerlich gleichwertig (Sonderausgaben). GRV bietet Erwerbsminderungsschutz und Hinterbliebenenrente automatisch. Basisrente hat oft höhere Rendite und mehr Flexibilität. GRV ist fester Anspruch gegen den Staat.

Lohnt es sich als Beamter, freiwillig in die GRV einzuzahlen?

Für Beamte, die nach einer Privatisierung oder einem Wechsel in die Wirtschaft planen, kann das sinnvoll sein. Steuerlich ist es absetzbar — aber die Beamtenpension ist oft höher als eine GRV-Rente für denselben Betrag.

SteuernSparen.one Redaktion

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