Wer einen Teil seines Gehalts in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) einzahlt, zahlt heute weniger Steuern und Sozialabgaben — und bekommt im Alter eine betriebliche Rente. Was die Entgeltumwandlung bewirkt und worauf Sie 2026 achten müssen.
Steuer- und SV-frei: bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 3.504 €)
Nur steuerfrei (nicht SV-frei): weitere 4 % (gesamt bis 7.008 € steuerfrei möglich)
Gesamter Förderbetrag 2026: bis 7.008 € / Jahr steuerfrei einzahlbar
Nachgelagerte Besteuerung: Rente wird im Alter voll besteuert
Was ist Entgeltumwandlung?

Bei der Entgeltumwandlung verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Bruttogehalts — und zahlt diesen Betrag stattdessen in einen betrieblichen Altersvorsorgevertrag (Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse oder Unterstützungskasse). Der Vorteil: Der umgewandelte Betrag wird von keiner Steuer und (bis zur Grenze von 4 % der BBG) auch von keinen Sozialabgaben belastet.
Rechenbeispiel: Entgeltumwandlung lohnt sich
| Szenario | Bruttogehalt | Umwandlung | Nettoabzug |
|---|---|---|---|
| Ohne bAV | 4.000 € | — | — |
| Mit 200 € Umwandlung | 4.000 € | 200 € → bAV | ca. 96 € weniger netto |
Das Netto sinkt also nicht um 200 Euro, sondern nur um ca. 96 Euro — weil Steuern und SV-Abgaben entfallen. Der Rest geht direkt als Altersvorsorge.
Arbeitgeberzuschuss: Pflicht seit 2022

Seit 2022 müssen Arbeitgeber bei neu abgeschlossenen bAV-Verträgen mindestens 15 % der Entgeltumwandlung als Zuschuss dazugeben — sofern sie durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge sparen. Bei älteren Verträgen (vor 2019 abgeschlossen) gilt die Pflicht ab 2022 ebenfalls. Das ist ein echter Mehrwert: Wer 200 Euro umwandelt, bekommt mindestens 30 Euro zusätzlich vom Chef.
Wann lohnt sich bAV und wann nicht?
- Lohnt sich: Langfristiger Arbeitnehmer mit stabilem Arbeitsverhältnis
- Lohnt sich: Hoher Grenzsteuersatz + hohe SV-Abgaben
- Lohnt sich: Wenn Arbeitgeber großzügig aufstockt (über 15 %)
- Kritisch: Vorzeitiges Ausscheiden aus dem Unternehmen (Unverfallbarkeit beachten)
- Kritisch: Rentenbezieher zahlen auf bAV-Rente volle KV-Beiträge (Freibetrag 2026: ca. 176 €/Monat)
Bei Direktversicherungen und Pensionskassen kann der Vertrag oft mitgenommen werden (Portabilität). Alternativ lässt er sich beim alten Arbeitgeber weiterführen oder auf den neuen übertragen. Nicht alle Arbeitgeber nehmen jeden Vertrag an — das muss individuell geprüft werden.

Nein direkt — Selbständige können nicht als Arbeitnehmer eine Entgeltumwandlung nutzen. Als GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer ist eine Pensionszusage aber möglich. Ansonsten sind Rürup-Rente und private Rentenversicherung die Alternativen.
Grundsätzlich nicht vor dem 62. Lebensjahr. bAV-Kapital ist für die Altersvorsorge gebunden. Bei kleinen Beträgen (unter bestimmten Grenzen) kann eine Abfindung beim Renteneintritt möglich sein.