Immobilien & Steuern · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Apr. 2026

Wohn-Riester: Eigenheim steuerlich fördern lassen

Mit dem Wohn-Riester kannst du dein angespartes Riester-Kapital für den Kauf oder Bau eines Eigenheims einsetzen.

Wohn-Riester: Eigenheim steuerlich fördern lassen
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Mit dem Wohn-Riester kannst du dein angespartes Riester-Kapital für den Kauf oder Bau eines Eigenheims einsetzen. Das klingt verlockend — aber es gibt steuerliche Konsequenzen, die viele unterschätzen. Hier lernst du alle Fakten.

Was ist Wohn-Riester?

Wohn-Riester (§ 92a EStG) erlaubt es, das angesparte Riester-Guthaben förderunschädlich für eine selbst bewohnte Immobilie zu nutzen. Statt Rente: Eigenheim.

Mögliche Verwendungen:

  • Kauf einer selbst genutzten Wohnung oder eines Hauses
  • Bau eines Eigenheims
  • Tilgung eines Darlehens für das Eigenheim
  • Barrierereduzierung (altersgerechter Umbau)

Das Wohnförderkonto: Die steuerliche Zeitbombe

Wenn du Wohn-Riester nutzt, legt das Finanzamt ein sogenanntes Wohnförderkonto an. Dieses Konto wächst jährlich:

  • Alle aus dem Riester-Vertrag entnommenen Beträge werden eingestellt
  • Jährliche fiktive Verzinsung mit 2 %
  • Im Rentenalter muss das angesammelte Konto versteuert werden
Steuerpflicht im Alter: Du bekommst das Eigenheim heute steuerlich gefördert — musst aber im Alter das Wohnförderkonto versteuern. Keine Ausnahme! Das ist kein Fehler im System, sondern die Bedingung für die Förderung.

Versteuerung des Wohnförderkontos: Die zwei Optionen

  1. Stufenweise Versteuerung: Ab Rentenalter jährlich ca. 1/17 des Kontostands versteuern (bis 85. Lebensjahr)
  2. Einmalversteuerung: Bei Rentenbeginn das gesamte Konto versteuern, aber mit 30 % Rabatt auf den Betrag → günstiger wenn genug Liquidität vorhanden

Wann lohnt sich Wohn-Riester?

Wohn-Riester ist sinnvoll, wenn:

  • Du konkrete Kaufpläne hast (nicht nur theoretisch)
  • Du bereits eine gute Ansparphase hinter dir hast (viel Kapital vorhanden)
  • Du im Rentenalter voraussichtlich niedrige Einkünfte hast (günstige Versteuerung dann)
  • Die Alternative Riester-Rente nicht attraktiv ist (z.B. wegen fehlender Renditechancen)

Wann ist Wohn-Riester keine gute Idee?

  • Wenn du noch nicht weißt, ob du kaufen wirst
  • Wenn dein Riester-Guthaben gering ist (lohnt sich nicht)
  • Wenn du im Rentenalter hohe Einkünfte erwartest (Versteuerung dann teuer)

Riester-Darlehen: Die direkte Alternative

Statt Kapitalentnahme kannst du auch ein Riester-gefördertes Darlehen aufnehmen (sogenanntes Riester-Wohndarlehen). Dabei werden die Tilgungsraten gefördert — ähnlich wie beim normalen Riester-Beitrag. Komplexer, aber manchmal günstiger.

Häufige Fragen zu Wohn-Riester

Kann ich Wohn-Riester auch für ein Ferienhaus nutzen?

Nein — nur für die Hauptwohnung (erste und einzige selbst bewohnte Immobilie). Ferienhaus oder Zweitwohnung zählen nicht.

Was passiert, wenn ich das Haus verkaufe?

Wenn du die Immobilie verkaufst und nicht zeitnah eine andere kaufst, muss das Wohnförderkonto sofort versteuert werden — ohne den 30 %-Rabatt der Einmalversteuerung.

SteuernSparen.one Redaktion

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