Unternehmenssteuer · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Jun. 2026

Steuern auf digitale Güter: Software-Lizenzen, NFTs und digitale Produkte

Verkauf von Software, Apps, NFTs oder digitalen Gütern – was ist steuerpflichtig und wie hoch ist die Steuer? USt, ESt und das Plattform-Reporting für Entwickler.

Steuern auf digitale Güter: Software-Lizenzen, NFTs und digitale Produkte
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Digitale Güter: Ein neues Steuerfeld

Software-Lizenzen, Apps, E-Books, NFTs, Online-Kurse – die digitale Wirtschaft wächst rasant. Das Steuerrecht hat sich angepasst, und für Entwickler, Creator und Händler digitaler Produkte gelten spezifische Regeln – sowohl bei der Umsatzsteuer als auch bei der Einkommensteuer.

Umsatzsteuer auf digitale Güter

Digitales GutUSt-Satz (DE)Besonderheit
Software (B2B)19 %Reverse Charge bei EU-Ausland
Software (B2C, Verbraucher)19 % (Verbrauchsland)OSS-Verfahren ab 10.000 €/Jahr
E-Books7 % (ermäßigt)Wie gedruckte Bücher seit 2020
Streaming, Abonnements19 %Verbrauchslandprinzip
NFTs (digitale Kunstwerke)19 % (ggf. 7 % bei Kunst)Einzelfallbewertung!

OSS-Verfahren: Pflicht für EU-weiten Verkauf

Wer digitale Güter an EU-Verbraucher verkauft und die Schwelle von 10.000 € überschreitet, muss die Umsatzsteuer im jeweiligen Verbrauchsland abführen. Das One-Stop-Shop-Verfahren (OSS) erlaubt zentrale Meldung beim Bundeszentralamt für Steuern:

  • OSS-Registrierung: Kostenlos beim BZSt online
  • Quartalsweise Meldung: Umsätze pro EU-Land und Steuersatz
  • Zahlung: Zentral an das BZSt, das verteilt
  • Unter 10.000 €: Verkäufe können mit deutscher USt abgerechnet werden

NFTs: Steuerrechtlich noch vieles unklar

NFTs (Non-Fungible Tokens) haben keine eindeutige steuerliche Einordnung. Abhängig von der Art des NFTs und des Nutzers gilt:

  • NFT-Kauf und Verkauf (privat, unter 1 Jahr): Privates Veräußerungsgeschäft → persönlicher Steuersatz
  • NFT-Kauf und Verkauf (privat, über 1 Jahr): Steuerfrei (§ 23 EStG Analogie – umstritten!)
  • NFT-Minting und Verkauf: Gewerblich (Entwickler) → ESt + GewSt
  • Royalties aus NFTs: Laufende Einnahmen → steuerpflichtig
Wichtig: Die steuerliche Behandlung von NFTs ist noch nicht vollständig durch BMF-Schreiben geklärt. Bei größeren Beträgen unbedingt steuerliche Beratung einholen.

Software-Entwickler: Freiberufler oder Gewerbe?

Software-Entwickler sind ein Sonderfall: Je nach Art der Tätigkeit können sie Freiberufler oder Gewerbetreibende sein:

  • Eigenverantwortliche Softwarekonzeption und -entwicklung → Freiberufler (§ 18 EStG)
  • Ausführung nach Pflichtenheft → eher Gewerbe
  • Verkauf fertiger Software-Produkte (App-Store) → Gewerbe
  • Lizenzvergabe an eigener Software → Tendenz Freiberufler (eigene geistige Schöpfung)

Plattform-Reporting (DAC7): Transparenzpflicht für Marktplätze

Seit 2023 müssen Online-Plattformen (App-Store, Etsy, Fiverr, Upwork) Einnahmen ihrer Nutzer automatisch an Steuerbehörden melden. Auch Einnahmen unter 1.000 € werden erfasst. Steuerhinterziehung bei digitalen Einnahmen wird damit schwieriger.

Häufige Fragen zu digitalen Gütern und Steuer

Muss ich USt auf App-Store-Einnahmen zahlen?

Apple und Google führen die Umsatzsteuer bei B2C-Verkäufen selbst ab (Marketplace-Facilitator-Regelung in vielen Ländern). Bei B2B-Verkäufen oder direkten Verkäufen bist du selbst verantwortlich.

Sind E-Book-Einnahmen steuerlich anders als Buch-Einnahmen?

Bei der Umsatzsteuer: Gleich (beide 7 % seit 2020). Bei der Einkommensteuer: Beide als Einnahmen aus freiberuflicher/künstlerischer Tätigkeit (wenn eigene Werke).

Was passiert, wenn ich NFT-Einnahmen nicht erkläre?

Blockchain-Transaktionen sind öffentlich einsehbar. Mit wachsender Regulierung (MiCA, AML) und Plattform-Reporting wird die Anonymität geringer. Nicht erklärte Einnahmen können als Steuerhinterziehung gewertet werden.

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