Einkommensteuer · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Apr. 2026

Steuerklasse 6: Wann gilt sie, wie hoch ist der Abzug und wie kommen Sie heraus?

Steuerklasse 6 ist die Lohnsteuerklasse ohne Vergünstigungen – kein Grundfreibetrag, kein Arbeitnehmer-Pauschbetrag.

Steuerklasse 6: Wann gilt sie, wie hoch ist der Abzug und wie kommen Sie heraus?
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Steuerklasse 6 ist die Lohnsteuerklasse ohne Vergünstigungen – kein Grundfreibetrag, kein Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Sie gilt automatisch beim zweiten oder weiteren Job. Das klingt brutal, hat aber eine wichtige Funktion: Es verhindert, dass dasselbe Einkommen bei mehreren Arbeitgebern mehrfach mit Freibeträgen belastet wird.

Wichtig: Steuerklasse 6 führt zu sehr hohem Lohnsteuerabzug – aber am Jahresende bekommen Sie alles zurück, was zu viel abgezogen wurde. Die endgültige Steuer richtet sich nach dem Jahreseinkommen, nicht nach der Lohnsteuerklasse.

Wann gilt Steuerklasse 6?

  • Bei einem zweiten Job (neben dem Hauptarbeitsverhältnis)
  • Wenn ein Arbeitnehmer mehrere Jobs hat und keinen Hauptarbeitgeber angegeben hat
  • Bei fehlendem Lohnsteuerabzugsmerkmal (z.B. wenn ELStAM-Daten fehlen)

Wie hoch ist der Abzug in Steuerklasse 6?

In Klasse 6 wird die Steuer ohne Grundfreibetrag berechnet. Schon ab dem ersten verdienten Euro fällt Lohnsteuer an:

Monatslohn (Nebenjob)Lohnsteuer SK 6 ca.Lohnsteuer SK 1 (Hauptjob-Vergleich)
500 €~75 €0 € (unter Grundfreibetrag)
1.000 €~230 €~0–50 €
2.000 €~570 €~150 €

Was bringt die Steuererklärung am Jahresende?

In der Steuererklärung werden alle Einkünfte zusammengerechnet. Die tatsächliche Steuer auf das Gesamteinkommen wird berechnet. War die Lohnsteuer in Klasse 6 zu hoch, gibt es eine Erstattung – war sie zu niedrig (selten), eine Nachzahlung.

Pflichtveranlagung: Wer Einkünfte aus mehreren Arbeitsverhältnissen hat, ist zur Steuererklärung verpflichtet – auch wenn aus anderen Gründen keine Pflicht bestünde.

Kann man Steuerklasse 6 vermeiden?

Bei einem Minijob (bis 520 €/Monat): Ja! Minijobs werden mit Pauschalsteuer (2%) abgerechnet – keine Steuerklasse 6. Für Minijobber ist das der günstigste Weg.

FAQ: Steuerklasse 6

Warum gibt der Arbeitgeber beim Zweijob automatisch Klasse 6 an?

Weil das ELSTER-System (ELStAM) automatisch dem Hauptarbeitgeber die niedrigste Steuerklasse zuweist. Wenn ein zweiter Arbeitgeber die Steuerabzugsmerkmale abruft, sieht er automatisch Klasse 6.

Kann ich den Hauptarbeitgeber wechseln (damit der neue Nebenjob niedrigere Klasse bekommt)?

Sie können beim Finanzamt beantragen, welcher Arbeitgeber als Hauptarbeitgeber gilt. Das macht Sinn, wenn beim neuen Hauptjob ein höheres Gehalt anfällt.

Gibt es eine Grenze, ab der Steuerklasse 6 gar keine Steuer zieht?

Nein. Jeder Euro wird versteuert. Es gibt keine Freigrenze. Deshalb ist bei einem Nebenjob bis 520 €/Monat die Minijob-Regelung oft günstiger.

SteuernSparen.one Redaktion

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater.
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