Grundsteuer · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Jun. 2026

Grundsteuerreform 2025: Was sich ändert und wie Sie reagieren

Grundsteuerreform 2025: Was sich ändert und wie Sie reagieren

Grundsteuerreform 2025: Was sich ändert und wie Sie reagieren
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Ab 1. Januar 2025 gilt die neue Grundsteuer bundesweit. Die Reform war jahrelang umstritten — und sie bringt für viele Eigentümer teils drastische Veränderungen. Was Sie jetzt wissen und tun müssen.

Wichtig: Die neuen Grundsteuerbescheide gelten ab 2025. Wer gegen seinen Einheitswert-Bescheid 2022 Einspruch eingelegt hat und eine Ruhestellung bekam, muss jetzt den neuen Messbescheid prüfen!

Warum gab es die Reform?

Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2018 die alten Einheitswerte (West: 1964, Ost: 1935) für verfassungswidrig. Bis Ende 2024 musste eine neue Bemessungsgrundlage her. Ergebnis: Das neue Bundesmodell — mit Öffnungsklausel für abweichende Ländermodelle.

Bundesmodell vs. Ländermodelle

ModellBundesländerBesonderheit
BundesmodellBE, BB, HB, MV, NI, NW, RP, SL, SA, SH, THWertabhängig: Bodenrichtwert + Nettokaltmiete
Flächen-Faktor (BY)BayernReine Flächenbewertung, kein Wert
Flächenmodell (HH)HamburgFläche × pauschale Äquivalenzzahl
Bodenwertsteuer (BW, HE)Baden-Württemberg, HessenNur Bodenwert, kein Gebäudewert
Flächen-Lage (NI akt.)NiedersachsenMischmodell mit Lagefaktor

Was beeinflusst Ihre neue Grundsteuer?

Bundesmodell (11 Länder)

  • Grundstücksfläche × Bodenrichtwert
  • Wohnfläche × statistische Nettokaltmiete (Mietniveaustufe)
  • Steuermesszahl × Hebesatz der Gemeinde
  • Hebesatz kann nach oben oder unten angepasst werden

Bodenwertsteuer (Baden-Württemberg)

Hier zählt nur der Bodenwert, nicht das Gebäude. Das benachteiligt Eigentümer in Toplagen mit großen Grundstücken, auch wenn das Haus alt und sanierungsbedürftig ist.

Tipp für BW-Eigentümer: In Baden-Württemberg lohnt es sich besonders, den Bodenrichtwert zu prüfen. Fehlerhafte Zonenzuordnungen können zu einer falschen Bemessungsgrundlage führen — Einspruch ist möglich.

So prüfen Sie Ihren Bescheid

  • Grundlagenbescheid (Finanzamt): Grundsteuerwert und Steuermessbetrag prüfen
  • Grundsteuerbescheid (Gemeinde): Hebesatz × Steuermessbetrag = Jahressteuer
  • Bodenrichtwert: Vergleich über BORIS-D (bundesweites Portal)
  • Wohnfläche: Stimmt die angegebene Quadratmeterzahl?
  • Mietniveaustufe: Richtig eingestuft (1–7)?

Einspruchsfristen

Gegen den Grundlagenbescheid (Grundsteuerwert) gilt: 1 Monat nach Bekanntgabe. Viele Bescheide wurden 2022 versandt — wer damals Einspruch eingelegt hat und Ruhestellung erhielt, muss 2025 erneut aktiv werden, wenn der neue Messbescheid kommt.

Hebesatz-Risiko: Viele Gemeinden haben die Hebesätze für 2025 erhöht, um die Einnahmen stabil zu halten (aufkommensneutrale Reform war politisches Versprechen, aber keine gesetzliche Pflicht). Vergleichen Sie den alten und neuen Hebesatz!
Gilt die Grundsteuerreform auch für Mieter?

Indirekt: Vermieter können die Grundsteuer als Betriebskosten auf Mieter umlegen. Eine Erhöhung der Grundsteuer kann also zu höheren Betriebskosten-Abrechnungen führen.

Was tun bei einer drastischen Erhöhung?

Einspruch gegen den Grundlagenbescheid einlegen. Gleichzeitig beim Gemeinderat gegen den Hebesatz lobbyieren — politisch ist das die effektivere Schiene. Steuerberater oder Haus & Grund einschalten.

Ist die Grundsteuer als Vermieter absetzbar?

Ja, vollständig als Werbungskosten bei Vermietungseinkünften (§9 Abs.1 Nr.2 EStG). Eigengenutzte Immobilien: Die Grundsteuer ist nicht als Sonderausgabe absetzbar.

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