Grundsteuer · 3 Min. Lesezeit

Grundsteuerreform 2025: Was sich ändert, Bundesland-Unterschiede und Opt-Out-Modelle

Grundsteuerreform 2025: Der Hintergrund Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2018 die bisherige Grundsteuerberechnung für verfassungswidrig – die…

Grundsteuerreform 2025: Was sich ändert, Bundesland-Unterschiede und Opt-Out-Modelle

Grundsteuerreform 2025: Der Hintergrund

Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2018 die bisherige Grundsteuerberechnung für verfassungswidrig – die Einheitswerte stammten aus 1964 (West) und 1935 (Ost) und spiegeln den Immobilienmarkt nicht mehr wider. Bis Ende 2024 mussten alle Grundstücke neu bewertet werden. Ab 2025 gilt die neue Grundsteuer.

Wichtig für Eigentümer: Die neuen Grundsteuermessbescheide gelten seit 2025. Viele Eigentümer haben bereits Grundsteuerwertbescheide erhalten. Wer der Neubewertung widersprechen will, musste rechtzeitig Einspruch einlegen.

Das Bundesmodell (gilt in 11 Ländern)

Das Bundesmodell (§§ 218–263 BewG) berechnet den Grundsteuerwert auf Basis von:

  • Bodenrichtwert (vom Gutachterausschuss)
  • Nettokaltmiete (Mietniveaustufe je Gemeinde)
  • Baujahr und Gebäudetyp
  • Wohnfläche

Länder mit eigenem Modell (Öffnungsklausel)

BundeslandModellBasis
BayernFlächenmodellFläche × Steuermesszahl – ohne Bodenwert
Baden-WürttembergBodenwertmodellNur Bodenrichtwert × Fläche
HamburgWohnlagenmodellFläche + Wohnlageaufschlag
HessenFlächen-Faktor-ModellFläche × Lage-Faktor
Saarland/SachsenModifiziertes BundesmodellBundesmodell, veränderte Steuermesszahlen

Steigt die Grundsteuer 2025?

Das Gesetz soll aufkommensneutral sein – aber das ist bundesweit betrachtet. Für einzelne Eigentümer kann die Grundsteuer stark steigen oder sinken. Faktoren:

  • Neue Bewertung (Bodenrichtwert) kann höher oder niedriger als bisheriger Einheitswert sein
  • Gemeinden können den Hebesatz anpassen (darf nicht erhöht werden, um Mehreinnahmen zu erzielen – Selbstverpflichtung, kein Gesetz)
  • Ergebnis: Je nach Lage stark unterschiedlich
Keine Garantie für Neutralität: Die „aufkommensneutrale" Umsetzung ist freiwillig. Gemeinden können die Hebesätze trotzdem erhöhen. Eigentümer in attraktiven Lagen mit gestiegenen Bodenrichtwerten zahlen oft mehr.

FAQ: Grundsteuerreform 2025

Was tun, wenn der Grundsteuerwertbescheid falsch erscheint?

Einspruch einlegen – innerhalb von 1 Monat nach Bekanntgabe. Fehler in den zugrunde liegenden Daten (Fläche, Baujahr, Nutzungsart) sollten korrigiert werden. Die Einspruchsfristen sind oft schon abgelaufen – aber strukturelle Einsprüche (Verfassungswidrigkeit des neuen Rechts) werden von Gerichten noch geprüft.

Kann ich die Grundsteuer als Mieter auf den Vermieter abwälzen?

Als Mieter zahlt man die Grundsteuer, wenn sie im Mietvertrag als umlagefähige Betriebskosten vereinbart ist (§ 2 Nr. 1 BetrKV). Das ist Standard. Steigt die Grundsteuer, kann der Vermieter die höheren Kosten über die Betriebskostenabrechnung weitergeben.

Gilt die Grundsteuerreform auch für unbebaute Grundstücke?

Ja. Unbebaute Grundstücke werden ebenfalls neu bewertet – oft deutlich höher, da nur der Bodenrichtwert zählt. Manchen Ländern haben zudem einen erhöhten Steuermessbetrag für baureifes, aber unbebautem Land eingeführt, um Bauland-Spekulation zu erschweren.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater.
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