Rente & Altersvorsorge · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Apr. 2026

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Steuervorteile, Typen und was Arbeitnehmer wissen müssen

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist einer der unterschätztesten Steuervorteile für Arbeitnehmer .

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Steuervorteile, Typen und was Arbeitnehmer wissen müssen

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist einer der unterschätztesten Steuervorteile für Arbeitnehmer. Beiträge zur bAV fließen direkt aus dem Bruttolohn – ohne Lohnsteuer und ohne Sozialabgaben (bis zu bestimmten Grenzen). Das macht die bAV effektiv günstiger als private Sparverträge.

Steuerfreie Beiträge zur bAV 2026:
Steuer- und sozialabgabenfrei: bis 4% der Beitragsbemessungsgrenze (BBG)
= 4% von 90.600 € = 3.624 € / Jahr (302 € / Monat)
Zusätzlich steuerfrei (nicht sozialabgabenfrei): weitere 4% = weitere 3.624 €

Die fünf Durchführungswege der bAV

DurchführungswegWer trägt das Risiko?Absicherung
DirektversicherungVersicherungsgesellschaftInsolvenzsicherung durch PSVaG
PensionskassePensionskasseInsolvenzsicherung durch PSVaG
PensionsfondsPensionsfonds (marktabhängig)Insolvenzsicherung durch PSVaG
UnterstützungskasseArbeitgeberInsolvenzsicherung durch PSVaG
DirektzusageArbeitgeber direktInsolvenzsicherung durch PSVaG

Entgeltumwandlung: Der häufigste Fall

Der Arbeitnehmer wandelt einen Teil seines Bruttogehalts in bAV-Beiträge um. Das Gehalt sinkt offiziell – und damit Lohnsteuer und Sozialabgaben:

Rechenbeispiel Entgeltumwandlung

PositionOhne bAVMit bAV (200 €/Monat)
Bruttogehalt4.000 €4.000 €
bAV-Beitrag200 €
Steuerpflichtiges Brutto4.000 €3.800 €
Lohnsteuer (ca. 30%)1.200 €1.140 €
Sozialabgaben (ca. 20%)800 €760 €
Nettolohn2.000 €1.900 €
Effektiver Eigenanteil bAV100 € (statt 200 €!)

Nachgelagerte Besteuerung: Was im Alter kommt

bAV-Leistungen sind im Rentenalter voll einkommensteuerpflichtig – das ist die Kehrseite der Steuerfreiheit heute. Die Hoffnung: Im Rentenalter ist der Steuersatz niedriger.

Wichtiger Hinweis: Auf bAV-Renten fallen auch Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung an (für GKV-Versicherte) – ohne Arbeitgeberanteil. Das mindert die Attraktivität im Vergleich zu privaten Sparplänen.

FAQ: Betriebliche Altersvorsorge

Hat mein Arbeitgeber eine Pflicht, zur bAV beizutragen?

Ja, seit 2019 muss der Arbeitgeber bei Entgeltumwandlungen, die nach dem 1.1.2019 abgeschlossen wurden, mindestens 15% Zuschuss zahlen (wenn er Sozialabgaben einspart). Bei Altverträgen gilt das erst ab 2022.

Was passiert mit der bAV, wenn ich den Job wechsle?

Die bAV-Anwartschaft ist in der Regel übertragbar (Portabilität nach § 4 BetrAVG). Bei der Direktversicherung nehmen Sie den Vertrag mit oder lassen ihn beim alten Arbeitgeber. Der neue AG kann ihn fortführen.

Lohnt sich die bAV für alle Arbeitnehmer?

Nicht immer. Für Geringverdiener kann die bAV die Grundsicherungsleistungen im Alter kürzen. Für Gutverdiener mit hohem Steuersatz ist sie besonders attraktiv. Lassen Sie sich individuell beraten.

Mehr zur Altersvorsorge im Überblick in unserem Ratgeber zur Rürup-Rente und zur Riester-Rente.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater.
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