Grundsteuer · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Jul. 2026

Grundsteuerreform 2025: Was sich für Eigentümer geändert hat

Die Grundsteuerreform ist in Kraft — ab 2025 wird Grundsteuer auf Basis der neuen Grundstücksbewertung erhoben.

Grundsteuerreform 2025: Was sich für Eigentümer geändert hat
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Die Grundsteuerreform ist in Kraft — ab 2025 wird Grundsteuer auf Basis der neuen Grundstücksbewertung erhoben. Was das für Eigentümer und Mieter bedeutet, wo die Hebesätze steigen und was Sie bei Ihrem Bescheid prüfen sollten.

Grundsteuerreform 2025 im Überblick:
Neue Bewertungsgrundlage: Grundsteuerwert statt Einheitswert
Öffnungsklausel: Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg u.a. haben eigene Modelle
Aufkommensneutralität: Ziel — aber Einzelfälle können stark abweichen
Grundsteuerbescheid: Bis Ende 2025 zugestellt (für 2025)

Warum war die Reform nötig?

Die bisherige Grundsteuer basierte auf Einheitswerten aus dem Jahr 1964 (West) und 1935 (Ost). Das Bundesverfassungsgericht erklärte diese Werte 2018 für verfassungswidrig — sie spiegelten die tatsächlichen Grundstückswerte nicht mehr wider. Bis Ende 2024 mussten alle Länder reformieren.

Wie wird die neue Grundsteuer berechnet?

Die Berechnung erfolgt weiterhin dreistufig, aber mit neuen Werten:

SchrittAltNeu (ab 2025)
GrundlageEinheitswert (1964)Grundsteuerwert (aktuell)
Steuermesszahl0,35 % (Grundstücke)0,034 % (Wohnen) / 0,034 % (Nichtwohnen)
HebesatzVon Gemeinde festgelegtVon Gemeinde festgelegt (angepasst)
ErgebnisGrundsteuerbetragGrundsteuerbetrag

Bundesmodell vs. Ländermodelle

Nicht alle Bundesländer nutzen das Bundesmodell. Die Öffnungsklausel im Grundgesetz ermöglicht eigene Modelle:

  • Bundesmodell: 11 Bundesländer (NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen etc.)
  • Bayern: Flächenmodell (Grundstücks- und Gebäudefläche, ohne Wert)
  • Baden-Württemberg: Modifiziertes Bodenwertmodell
  • Hamburg: Wohnlagemodell
  • Niedersachsen: Flächen-Lage-Modell
  • Hessen: Flächen-Faktor-Modell

Was Eigentümer jetzt prüfen sollten

  • Grundsteuerbescheid 2025 erhalten? Mit Vorjahr vergleichen
  • Grundsteuerwertbescheid (2022 Erklärung) prüfen — war der Wert korrekt?
  • Bei Verdacht auf Fehler: Einspruch einlegen (1 Monat Frist ab Bescheiderhalt)
  • Als Vermieter: Grundsteuer auf Mieter umlegen (ist Betriebskosten)
  • Als Eigennutzer: Keine Absetzbarkeit, aber prüfen ob Bescheid korrekt ist
Wichtig: Viele Gemeinden haben ihre Hebesätze gesenkt, um die Aufkommensneutralität zu wahren — aber nicht alle. In manchen Kommunen steigen die Grundsteuern trotzdem deutlich. Prüfen Sie den Bescheid, auch wenn Sie keine Änderung erwarteten.
Was passiert, wenn der Grundsteuerwertbescheid falsch war?

Der Grundsteuerwertbescheid (aus der Grundsteuererklärung 2022) ist der Ausgangspunkt. War er falsch und hatten Sie keinen Einspruch eingelegt, ist er bestandskräftig. In einigen Ländern laufen noch Musterklagen — Beobachter raten, betroffene Bescheide offenzuhalten.

Müssen Mieter mehr zahlen, weil die Grundsteuer steigt?

Grundsteuer gehört zu den umlegbaren Betriebskosten. Steigt sie, kann der Vermieter die höheren Kosten über die Betriebskostenabrechnung weitergeben. Das ist legal — muss aber im Mietvertrag vereinbart sein.

Wie oft muss man eine Grundsteuererklärung abgeben?

Nach der einmaligen Erklärung 2022 (für die neue Bewertung) ist regulär keine jährliche Erklärung nötig. Nur bei wesentlichen Änderungen (An-/Umbau, Nutzungsänderung) muss eine neue Erklärung abgegeben werden.

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